Tote Dreijährige in Hamburg

Yagmurs Vater streitet Misshandlung ab

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Foto: Plakate, Rosen, Kerzen und Kuscheltiere liegen in Hamburg-Billstedt vor dem Wohnhaus der toten Yagmur.

Hamburg - Wer trägt die Verantwortung für den Tod der kleinen Yagmur? Die Eltern der Dreijährigen sitzen in Untersuchungshaft, gegen Jugendamtsmitarbeiter gibt es Vorermittlungen. Die Kritik an den Behörden wird immer lauter.

Nach dem gewaltsamen Tod der kleinen Yagmur aus Hamburg-Billstedt prüfen die Ermittler, wer alles Verantwortung dafür trägt. Gegen die Eltern wurde Haftbefehl erlassen, es gibt zudem Vorermittlungen gegen Jugendamtsmitarbeiter. Unterdessen werden immer neue Details bekannt. So soll die Mutter nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft versucht haben, Blutergüsse am Körper des Mädchens mit Schminke zu überdecken. Das Mädchen war am Mittwoch an einem Leberriss innerlich verblutet.

Das Kind wurde seit seiner Geburt von verschiedenen Jugendämtern betreut, zuständig war zum Todeszeitpunkt das Bezirksamt Mitte. Yagmur lebte lange bei einer Pflegemutter, durfte aber seit August dieses Jahres wieder bei seinen leiblichen Eltern wohnen - obwohl es den Verdacht gab, dass es bei einem Besuch Anfang 2013 schon einmal zu einer schweren Verletzung gekommen war. „Die Arbeit des Jugendamtes scheint dabei nach derzeitigem Erkenntnisstand von fatalen Fehlentscheidungen geprägt gewesen zu sein, die fachlich in keiner Weise nachvollziehbar sind“, erklärte der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries am Freitag.

Yagmurs Vater (25) stritt ab, das Kind misshandelt zu haben. Zum Haftbefehl trug aber die Vernehmung seiner Frau vor dem Haftrichter bei: „Unter anderem haben die Angaben der Mutter den dringenden Tatverdacht mitbegründet“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Der 26 Jahre alten Mutter wird Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vorgeworfen.

Die Ermittler untersuchen derzeit, ob es Versäumnisse bei der Arbeit der Jugendämter gab. Es handele sich dabei aber lediglich um Vorermittlungen, betonte Frombach. „Wir haben noch keinen begründeten Anfangsverdacht gegen irgendjemanden.“

dpa

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