Viele aus Syrien

Zahl der Asylbewerber in Niedersachsen deutlich gestiegen

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Foto: Die Zahl der Asylbewerber in Niedersachsen ist deutlich angestiegen.

Braunschweig - Die Zahl der Asylbewerber ist weiter gestiegen, besonders viele Menschen kommen derzeit aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die Landesaufnahmebehörde rechnet damit, dass dieses Jahr insgesamt fast 10.000 Anträge auf Asyl gestellt werden.

Flüchtlinge aus den Balkanländern haben im vergangenen Jahr die Zahl der Asylbewerber in Niedersachsen deutlich ansteigen lassen. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte kamen besonders viele Menschen aus Serbien und Mazedonien. Derzeit suchten vor allem Menschen aus dem von einem blutigen Bürgerkrieg erschütterten Syrien Asyl, sagte der Leiter der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig, Norbert Heine. Allein im Januar kamen 132 Flüchtlinge aus dem arabischen Land.

Größere Schwierigkeiten mit Unterkünften scheint es in Niedersachsen derzeit nicht zu geben, auch wenn sich etwa in Peine nach Angaben einer Stadtsprecherin die Zuweisungsquote für 2013 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat. „Größere Probleme bei der Unterbringung sind uns aus den Kommunen in den vergangenen Monaten nicht gemeldet worden“, bestätigte Behördenleiter Heine.

„Insgesamt hat die Flüchtlingszahl erheblich zugenommen, auch wenn seit vergangenem Herbst die Zahl der Flüchtlinge aus den Balkanländern ein wenig abgenommen hat", sagte Heine. Im Januar stellten nach seinen Angaben 771 Menschen in Niedersachsen einen Erstantrag auf Asyl. Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Dezember mit 333 mehr als verdoppelt. Im Januar 2012 hatten 404 Menschen einen Antrag gestellt.

Die Landesbehörde rechnet damit, dass auch in den kommenden Monaten viele Menschen um Asyl bitten werden. Niedersachsen müsse nach aktuellen Schätzungen auf fast 10.000 vorbereitet sein. „Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel hat Niedersachsen bei den Erst-Antragstellern eine Aufnahmeverpflichtung von rund 9,3 Prozent, das sind nach derzeitiger Prognose 7900 von bundesweit 84.000 für 2013“, erklärte Heine. Dazu kämen rund 1600 Menschen, die nach einem gescheiterten Erstantrag weitere Anträge stellen dürften. Die meisten Asylsuchenden kamen im Januar aus den Ländern Syrien, Russland, Serbien, Afghanistan, Irak, Iran, Somalia, Sudan, Georgien und Mazedonien nach Niedersachsen.

Im vergangenen Jahr hätten bundesweit 77.651 Menschen um Asyl gebeten, berichtete Heine. Die meisten Erstanträge seien mit 13 Prozent von Asylbewerbern aus Serbien gestellt worden, gefolgt von Afghanistan, Syrien, Irak, Mazedonien, Iran, Pakistan, Russland, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo. 2011 stellten 53.347 Menschen einen Erst- oder Folgeantrag.

dpa

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