Grausiger Fund im Schwarzwald

Zerstückelte Leiche gibt Rätsel auf

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Foto: Polizeibeamte durchsuchen ein Waldstück nach Leichenteilen. Ein Fußgänger hatte dort am Straßenrand einen Plastiksack mit dem Torso einer Frau gefunden.

Waldshut-Tiengen - Ein Spaziergänger im Schwarzwald stößt auf einen Plastiksack, der stark nach Verwesung riecht. Darin steckt der Torso einer Frau. Eine Sonderkommission der Polizei beschäftigt sich nun mit dem grausigen Fund.

Der kleine Gebirgsbach, der sich vom Schwarzwald das Tal hinunterschlängelt und nach einigen Kilometern in den Rhein fließt, gibt der Sonderkommission den Namen: Seltenbach. Die 21 Beamten der Ermittlungsgruppe, die am Montag im südbadischen Waldshut-Tiengen am Hochrhein ihre Arbeit begonnen haben, stehen vor einem Rätsel. Am Tag nach dem Fund einer zerstückelten Leiche in der Nähe des Seltenbaches am Rande des Schwarzwaldes suchen sie nach der Identität des Opfers und der Todesursache. Beides ist unklar.

Es ist eine grausige Entdeckung an einem idyllischen Ort, die ein Mann am Tag des zweiten Advents macht: Bei einem Waldspaziergang am Ortsrand der südbadischen Kleinstadt Waldshut-Tiengen, unweit des 700-Einwohner-Dorfes Schmitzingen, findet er die zerstückelte Leiche. Es ist der Torso einer erwachsenen Frau, teilt die Polizei am Montag mit. Kopf und Gliedmaßen fehlen. Der Rumpf der Frau liegt in einem Plastiksack. Jemand hat ihn an einer Straßenböschung abgelegt, nicht weit von der Grenze zur Schweiz entfernt.

Der Spaziergänger war wegen des Verwesungsgeruchs auf den Sack aufmerksam geworden. Der Sack liegt an der Einmündung in einen Waldweg und nur wenige Meter von einer kleinen Straße entfernt. In der Nähe ist eine Bundesstraße, die den Schwarzwald mit dem Hochrhein und der Schweiz verbindet. Viele Autofahrer nutzen die kleine Straße als Abkürzung. Die Ermittler hoffen, dass jemand etwas gesehen hat. Und bitten die Bevölkerung um Hinweise.

„Wir stehen am Anfang unserer Ermittlungen, die Erkenntnislage ist noch dürftig“, sagt Polizeisprecher Paul Wißler. Wie lange der Sack mit der toten Frau in der Böschung der Kreisstraße lag, ist noch unklar. Der Verwesungszustand der Leiche deute aber auf mehrere Wochen hin, heißt es.

Nach dem Fund der Leiche hatte die Polizei die Umgebung abgesucht, dabei waren auch Suchhunde eingesetzt worden. In den Wochen zuvor war niemand auf den Sack aufmerksam geworden. Eine heiße Spur gibt es bislang nicht, sagt die Polizei. Die Ermittler untersuchten nun zunächst Vermisstenfälle. Die Polizei arbeite dabei eng mit den Behörden in der nahen Schweiz zusammen.

Zerstückelte Leichen gehören für die Polizei zu den ungewöhnlichen Kriminalfällen. Ermittelt werden müsse, ob die Frau getötet wurde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Gab es eine natürliche Todesursache, so laute der Verdacht auf Störung der Totenruhe, im Volksmund Leichenschändung. Gewissheit soll nun die Obduktion der Leiche bringen. Diese ist nach dem Fund der Leiche angeordnet worden.

dpa

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