Strecke Hamburg–Lüneburg ist ausgebaut

In Zukunft pünktlicher

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Eine der meistbefahrenen Strecken Norddeutschlands: Der Metronom fährt von Hannover über Uelzen nach Hamburg.

Hamburg/Lüneburg - Einer der größten Engpässe im norddeutschen Zugverkehr ist beseitigt. Nach der Erweiterung der Strecke zwischen Stelle und Lüneburg erhoffen sich Deutsche Bahn und die Eisenbahngesellschaft Metronom deutlich mehr pünktlich ankommende Personenzüge.

Auch Güterzüge sollen in Zukunft verlässlicher fahren. Bund, EU und Deutsche Bahn haben seit 2009 rund 350 Millionen Euro investiert, um auf dem etwa 27 Kilometer langen Abschnitt ein drittes Gleis und zwischen Stelle und Ashausen zusätzlich ein viertes Gleis zu bauen.

„Ich freue mich, dass wir einen der großen Engpässe auf einer der meistbefahrenen Schienenstrecken Norddeutschlands beheben konnten“, sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, am Donnerstag bei der Eröffnung in Stelle (Landkreis Harburg). Die Bahn habe in der Vergangenheit häufig Güterzüge zurückhalten müssen, weil der Abschnitt zwischen Lüneburg und Stelle nicht frei war, meinte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. „Wenn Güterzüge verspätet losfahren, kann man den Zeitverlust nicht wieder einholen.“

Aber auch im Personenverkehr kam es wegen des Nadelöhrs zu Verspätungen. Jetzt soll alles besser werden. „Von nun an können Personen- und Güterzüge zwischen Hamburg und Hannover ungehindert nebeneinander fahren“, sagte Ferlemann weiter. Er hoffe, dass in Zukunft mehr Züge zwischen Hamburg und Hannover pünktlich ankommen, ergänzte Sprecher Meyer-Lovis. Am Tag fahren rund 360 Bahnen zwischen Lüneburg und Stelle, knapp die Hälfte sind Güterzüge, die vom und zum Rangierbahnhof Maschen fahren.

Auch die Eisenbahngesellschaft Metronom hofft, dass ihre Züge jetzt wieder verlässlicher ankommen. „Die Strecke war stark überlastet“, sagte Metronomsprecher Björn Pamperin. „Wir hatten oft lange Verzögerungen auf der Strecke zu beklagen, weil wir warten mussten, bis Schnell- oder Güterzüge überholt haben.“ Das dritte Gleis bringe nun eine Entlastung, weil die Züge nicht mehr stehen müssten, um überholt zu werden, erklärte Pamperin.

Auf der Strecke Hamburg – Lüneburg – Uelzen fahren täglich durchschnittlich rund 50 000 Menschen mit dem Metronom. Reisende aus oder nach Hannover steigen in Uelzen um. „Es kommt häufiger vor, dass wir dort auf einen Zug warten, der verspätet aus Hamburg kommt“, sagt Pamperin. Dann habe in der Vergangenheit das Nadelöhr zwischen Stelle und Lüneburg auch Auswirkungen auf die Ankunftszeit in Hannover gehabt. Das Eisenbahnunternehmen wird die ausgebaute Strecke aber nicht nutzen, um mehr Fahrten anzubieten. „Mit dem Ausbau der Verbindung können wir vor allem unsere Fahrpläne besser planen und einhalten“, sagt Pamperin.

Das niedersächsische Verkehrsministerium äußerte sich positiv über den Ausbau. „Mit Blick auf die Funktion der Strecke Hamburg – Hannover als wichtige Hinterlandanbindung an den Seehafen Hamburg und die Metropolregion Hamburg haben Engpässe unmittelbaren Einfluss auf den Güterzug- und Personennahverkehr“, sagte Mira Langel, Sprecherin des Ministeriums. Im Rahmen des neuen sogenannten Hafenhinterlandprogramms II des Bundes sollen nun weitere Nadelöhre beseitigt werden. Für Niedersachsen sei der Ausbau der Strecke Uelzen – Landesgrenze genannt, die nach Stendal führt, sowie der Ausbau Rotenburg – Verden, sagte Langel weiter. Auch diese Maßnahmen dienten der Entlastung der Strecke zwischen Hamburg und Hannover.

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