Grünen-Parteispitze

Zwei Frauen konkurrieren um Vorsitz

+
Foto: Wollen an die Spitze: Meta Janssen-Kucz (oben) und Sybille Mattfeldt-Kloth.

Hannover - Die niedersächsischen Grünen haben bei ihrem Parteitag am Sonnabend in Hameln die Wahl zwischen zwei Kandidatinnen für das Amt der neuen Landesvorsitzenden. Bewerberinnen sind bislang die Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz und die Vize-Landesvorsitzende Sybille Mattfeldt-Kloth.

Der Landesvorsitzende Jan Haude rechnet nicht damit, dass sich noch weitere Bewerberinnen melden. Theoretisch ist das aber bis zum Parteitag noch möglich. Laut Haude gibt es keine Favoritin.

Die Kandidatur von Janssen-Kucz sorge in einigen Kreisverbänden jedoch für Diskussionen, da im Falle ihrer Wahl eine Ämterkollision befürchtet werde. Die Grünen hätten aber schon vor Jahren die vorgeschriebene Trennung von Amt und Mandat per Satzungsänderung aufgegeben. Die Wahl der neuen Landesvorsitzenden wird notwendig, weil die bisherige Vorsitzende Julia Willie Hamburg ihr Amt im Februar aufgegeben hatte. Die 27-Jährige leidet seit der Geburt ihres zweiten Kindes unter einer Herzmuskelschwäche. Hamburg war erst im Februar 2013 gemeinsam mit Haude an die Spitze der Landes-Grünen gewählt worden. Ihr Landtagsmandat hat Hamburg aber weiter inne.

Neben der Vorstandswahl geht es in Hameln um die Europawahl am 25. Mai. Die Spitzenkandidatin Rebecca Harms will zu den Delegierten sprechen, außerdem soll ein Antrag des Landesvorstandes zur EU-Wahl beschlossen werden. Darin kritisieren die Grünen das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA, da sie die Absenkung der Umwelt- und Verbraucherstandards befürchten. Darüber hinaus fordern sie einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie, eine Absage an Subventionen für Kohlekraftwerke und die Senkung der Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent. In der weiteren Beratung in Hameln soll über landespolitische Themen wie Inklusion, Verkehr und die umstrittene Gastfördermethode Fracking gesprochen werden. Landesvorsitzender Jan Haude erwartet dabei kontroverse Debatten.

Marco Hadem

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare