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Zwei Niedersachsen unter den Opfern

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Foto: Die Lufthansa hat ein Kondolenzbuch für die Opfer des Germanwings-Absturzes ausgelegt. In dem Airbus, der in Frankreich zerschellte, saßen auch zwei Niedersachsen.

Neuenhaus - In dem Flugzeug von Germanwings, das am Dienstagmorgen auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den Alpen in Frankreich abgestürzt ist, waren auch zwei junge Männer aus Niedersachsen. Sie kommen aus Neuenhaus in der Grafschaft Bentheim, wie die Polizei mitteilte.

Bei dem Flugzeugunglück in Südfrankreich sind auch zwei junge Männer aus Niedersachsen ums Leben gekommen. Dies teilte das Innenministerium am Mittwoch in Hannover mit. Die Opfer im Alter von 27 und 28 Jahren stammten aus Neuenhaus in der Grafschaft Bentheim und Lingen im Emsland. Nach Informationen der Polizei handelt es sich um zwei Männer, die sich am Sonntag das Fußballspiel zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid angeschaut hatten.

In der Stadt Neuenhaus herrscht große Bestürzung. Um 14 Uhr trauerten Einwohner am Vereinsheim des örtlichen Sportvereins Borussia Neuenhaus. Bürgermeister Paul Mokry hielt eine Trauerrede, der Bürgermeister der Samtgemeinde, Günter Oldekamp, und der Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Friedrich Kethorn, legten einen Kranz nieder. Trauernde stellten Kerzen auf und legten Blumen nieder. „Es herrschte große Anteilnahme“, sagt Oldekamp.

Er hatte bis Dienstag in seinem Urlaub auf Borkum von der Flugzugtragödie erfahren. Mittwochmorgen brach er seinen Aufenthalt auf der Insel ab und fuhr zur Gedenkveranstaltung. „Ich kannte die beiden Familien“, erzählt Oldekamp. „Die beiden Opfer waren noch so jung, sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich.“ Im Namen der Samtgemeinde sprach er den Angehörigen seine Anteilnahme aus. „Ich wünschen ihnen, dass sie in diesen schweren Stunden Kraft und Halt finden – auch wenn das sehr schwer wird“, sagt der Bürgermeister.

Die beiden 27 und 28 Jahre alten Opfer waren begeisterte Fußballfans und spielten selbst bei Borussia Neuenhaus. „Gemeinsam mit zwei anderen Freunden waren beide im vergangenen Jahr zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien geflogen“, erzählt Oldekamp. Am Sonntag hatten sie sich den „Clasico“ zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid angschaut und wollten am Dienstag zurückkehren. Weitere Gedenkveranstaltungen seien in Neuenhaus nun erst einmal nicht geplant, sagt der Bürgermeister. „Wir wollen die Familien in Würde und Ruhe trauern lassen.“

Weitere Opfer aus Niedersachsen unwahrscheinlich

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am Dienstag in den französischen Alpen sind vermutlich 150 Menschen ums Leben gekommen, darunter 72 Deutsche. EinSprecher des Innenministeriums inHannover sagte, dass es nicht sehr wahrscheinlich sei, dass unter den Opfern weitere Niedersachsen seien.

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Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)zeigte sich betroffen. Er wollte noch am Mittwoch bei den beiden Familien schriftlich kondolieren, sagte seine Sprecherin. Sein Mitgefühl gelte insbesondere auch dem Nachbarland Nordrhein-Westfalen, das in „ganz besonderer Weise“ betroffen sei. Eine Schulklasse aus Haltern am See war an Bord der Unglücksmaschine, sie sollte in Düsseldorf landen.

Gedrückte Stimmung am Flughafen Hannover

Am Tag nach dem Absturz, dem ersten Tag der Osterferien in Niedersachsen, traten zahlreiche Urlauber am Airport Hannover ihren Urlaubsflugan. Dabei herrschte am Check-in-Schalter von Germanwings gedrückte Stimmung. „Das ist ein ganz trauriger Urlaubsauftakt“, sagte Maria Pilar Lozano, die in ihre Geburtsstadt Barcelona reiste. Am Vormittag beteiligten sich die Flughafen-Mitarbeiter an einer Schweigeminute für die Opfer des Unglücks.

Anders als inStuttgart, Düsseldorf und anderen Flughäfen traten inHannover nach Flughafen-Angaben alle Germanwings-Crews zumDienst an. Im Tagesverlauf sollten neun Germanwings-Maschinen in Hannover starten. In Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Berlin und Leipzig fielen dagegen amDienstag einige Flüge aus, weil Crews ihren Dienst nicht angetreten hatten. Sie gaben dafür nach Angaben der Lufthansa persönliche Gründe an.

Wie in allen anderen Bundesländern gilt in Niedersachsen bis Freitag Trauerbeflaggung. Daran beteiligten sich sowohl alle öffentlichen Gebäude als auch die Schulen.

dpa/tz

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