Ehe-Aus von Tom Cruise

Zwischen Scheidung und Scientology

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Bild aus glücklicheren Ehe-Zeiten: Tom Cruise und Katie Holmes.

New York - Für Katie Holmes geht es bei der Trennung von Tom Cruise um viel, etwa um das Sorgerecht für Tochter Suri. Meist spielt bei Promi-Paaren auch Geld eine Rolle. Diesmal jedoch rückt noch etwas anders in den Fokus: Seit dem Ehe-Aus wird über Scientology berichtet.

Der Ehering ist bereits ab. Wenige Tage nachdem Katie Holmes die Scheidung von Tom Cruise (50) beantragte, wurde die Schauspielerin ohne den funkelnden Diamanten fotografiert. Der leere Ringfinger wird von vielen als klares Zeichen gedeutet: Ein Weg zurück ist für das Paar derzeit nicht erkennbar. Im Gegenteil, die 33-Jährige soll nach Medienberichten bereits mit ihrer Tochter Suri in eine eigene Wohnung in Manhattan umgezogen sein, hat einen erfahrenen Scheidungsanwalt engagiert und soll das alleinige Sorgerecht anstreben.

In den US-Medien ist wegen des Vorpreschens von Katie Holmes sogar von einer „Flucht“ die Rede. In diesem Zusammenhang wird von den Portalen wie „Tmz“ oder „People“ immer wieder hervorgehoben, dass Tom Cruise eine wichtige Rolle in der Scientology-Organisation spiele.Und auch wenn weder Cruise noch Holmes sich bisher öffentlich zum Trennungsgrund geäußert haben - die bevorstehende Scheidung hat die wiederkehrende Debatte um Scientology neu aufleben lassen.

Tom Cruise, der am Dienstag seinen 50. Geburtstag feierte, gilt als überzeugter Anhänger der umstrittenen Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet. Katie, die in einer katholischen Familie aufgewachsen ist, wechselte Berichten zufolge aus Liebe zum Glauben ihres Mannes - und lieferte den Klatschspalten damit von Beginn an ein gefundenes Fressen.

Streng abgeschirmt hatten die Schauspieler mit einer Zeremonie nach dem Ritus von Scientology geheiratet. Holmes’ Schwester Nancy Blaylock war Trauzeugin, Cruise hatte David Miscavige gewählt, den Vorsitzenden der Organisation.

Trat die Schauspielerin in den mehr als fünf Jahren ihrer Ehe ungeschminkt und mit müden Augen auf die Straße, wurde wild spekuliert über „Gehirnwäsche“ oder „Betäubung“. Wirkte Holmes fröhlich und energiegeladen, wurde geunkt, dass Scientology ihr etwas verabreicht habe. Nun, nach dem Aus von „TomKat“, geht es mit den bösen Gerüchten munter weiter.

„Unheimlich, vielleicht sogar böse“

Selbst Medienmogul Rupert Murdoch konnte sich ein paar bissige Kommentare über den „schrägen Kult“ nicht verkneifen. „Etwas Unheimliches, vielleicht sogar Böses, umgibt diese Leute“, schrieb er auf Twitter. Viel Geld sei da im Spiel und Tom Cruise die Nummer zwei oder drei in der Hierarchie der Organisation, wetterte Murdoch.

Cruise war wegen seiner offensive Scientology-Mission schon seit Jahren immer wieder in ein schlechtes Licht geraten. Dann und wann wurde er auch für seine emotionalen Ausbrüche belächelt. Die gekünstelten Freudenhopser auf dem Sofa von Talkmasterin Oprah Winfrey wurden als Anfang einer medienwirksamen Liebe gedeutet. In schnellem Ablauf folgten danach Verlobung, Schwangerschaft und schließlich die Hochzeit in Italien.

Scientology hat die Trennung selbst bisher nicht kommentiert, wehrte sich aber in einer Mitteilung gegen Spekulationen von „Tmz“, es gebe womöglich einen Spionageeinsatz gegen Katie Holmes. Das Portal hatte gerätselt, ob in einem Auto wartende Männer vor deren Haus Beobachter von Scientology seien. Der Anwalt von Scientology sagte daraufhin zu „People“, dass man niemanden beauftragt habe, „Katie Holmes zu folgen oder zu beobachten“. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa reagierte die US-Organisation zunächst nicht.

Auch Angst der Mutter um ihre Tochter wurde als möglicher Trennungsgrund - etwa bei „Tmz“ - angeführt. Viele Scientologen würden ihre Kinder im jungen Alter zu einem als äußerst streng geltenden Programm der zugehörigen Sea-Organisation weggeben, hieß es. Suri war vor kurzem sechs geworden. Der Scientology-Anwalt sagte zu „Tmz“, dass Jugendliche erst ab dem 16. Lebensjahr an dem Programm teilnehmen könnten. „Und auch dann nur mit dem Einverständnis beider Eltern“, so der Anwalt. Holms wiederum sah auf den ersten Bildern nach der Abgabe des Scheidungsantrags weder verschreckt noch gehetzt aus. Sie kämpfte sich mit einem kleinen Lächeln durch die Menge der Fotografen.

dpa

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