Erster Flug nach Absturz

Airbus startet Dienstag neuen A400M-Testflug

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Berlin/Sevilla - Fernando Alonso will ein Zeichen setzen. Der Chef der Militärsparte von Airbus kündigte Montag an, er werde beim nächsten Testflug eines Militärtransporters A400M mit an Bord sein. „Damit will ich beweisen, dass ich volles Vertrauen in dieses Flugzeug habe“, sagte er in Sevilla.

Der Luftfahrtkonzern machte damit zugleich klar, dass die Testflüge mit fertiggestellten Flugzeugen dieses Typs fortgesetzt werden. Dienstag soll in Toulouse erneut eine Maschine abheben. Bei einem solchen Flug war am Sonnabend ein A400M in Sevilla abgestürzt. Dabei kamen vier spanische Airbus-Mitarbeiter ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Es war das erste tödliche Unglück eines A400M.

In Deutschland bleibt der einzige A400M, der in Wunstorf stationiert ist, vorerst am Boden. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, forderte auch Airbus auf, alle Testflüge auszusetzen. Er sagte, er habe kein Verständnis dafür, „dass der A400M weiter bei Flügen erprobt wird, obwohl die Unfallursache noch nicht geklärt ist“. Es sei nicht akzeptabel, „nach einem solchen Ereignis ,business as usual‘ zu machen“, kritisierte der SPD-Politiker den Airbus-Konzern. Es müsse vor allem geklärt werden, warum der Pilot gleich nach dem Start zum Jungfernflug der Maschine nahe Sevilla wieder zum Flughafen zurückkehren wollte. Nach einer missglückten Notlandung war das Flugzeug dann auf einem Feld abgestürzt.

Arnold warnte aber auch davor, das milliardenschwere Projekt jetzt schon abzuschreiben. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Unfallursache, um jetzt schon über langfristige Schlussfolgerungen zu reden.“

Der Militärtransporter wurde bereits vor zwölf Jahren von Deutschland und sechs weiteren Nato-Staaten bei Airbus in Auftrag gegeben. Ziel war es auch, mit dem A400M die Dominanz der USA bei Militärtransportern zu brechen. Doch Airbus ist mit den technischen Problemen offenbar immer wieder überfordert. Für die Bundeswehr soll das Flugzeug die betagte Transportmaschine Transall ersetzen, die noch aus den 60er Jahren stammt.

Im Verteidigungsministerium hofft man nun inständig, dass durch den Absturz nicht das gesamte milliardenschwere Projekt infrage gestellt wird. Verantwortlich für dieses und alle anderen großen Rüstungsprojekte ist im Berliner Bendlerblock Staatsekretärin Katrin Suder. Die frühere McKinsey-Managerin legte im März einen Zwischenbericht zum A400M vor, wonach bei dem Projekt allein für Deutschland mit Mehrkosten von 1,4 Milliarden Euro zu rechnen ist. Zwölf „Risiken und Probleme“ werden darin aufgelistet – und das war noch vor dem Absturz am Samstag.

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