Drohende Verhaftung

Al-Baschir hat Südafrika offenbar verlassen

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Foto: Der sudanesische Präsident Omar Hassan al-Baschir hat Südafrika wegen einer drohenden Verhaftung anscheinend fluchtartig verlassen.

Pretoria - Er wird wegen Völkermordes mit internationalem Haftbefehl gesucht. In Südafrika drohte Sudans Präsident Al-Baschir nun die Festnahme. Doch anscheinend ist er geflohen.

Der wegen Völkermordesmitinternationalem Haftbefehl gesuchtesudanesischePräsident Omar Hassan al-Baschir hat Südafrika wegen einer drohenden Verhaftung anscheinend fluchtartig verlassen. Reporter des örtlichen Nachrichtensenders eNCA berichteten am Montag, ein Flugzeug mit sudanesischer Flagge sei vom Militärflughafen Waterkloof bei Pretoria abgeflogen.

Es war unklar, ob der 71-jährige Staatschef tatsächlich an Bord war.Südafrikanische Regierungs- und Militärsprecher waren zunächst nicht erreichbar.Der sudanesische InformationsministerAhmed Bilal Osmansagte allerdings laut dem FernsehsenderAl-Dschasira, dass Al-Baschir auf dem Rückweg nach Khartum sei.

Ein Gericht in Pretoria sollte auf Antrag einer Menschenrechtsorganisation noch am Montagentscheiden, ob die Regierung den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegenAl-Baschir vollstrecken muss. Das Gericht hatte Al-Baschir das Verlassen des Landes bis zu einer endgültigen Entscheidung untersagt.

Ungefähr zur gleichen Zeit, als das sudanesische Flugzeug abhob, versicherte der Vertreter der südafrikanischen Regierung dem Gericht in Pretoria, Al-Baschir sei "nach bestem Wissen" der Regierung noch im Land. Der Anwalt William Mokharisagte, der Name des Staatschefs sei nicht auf der Passagierliste der sudanesischen Maschine.Die Anhörung wurde zunächst fortgesetzt, da Al-Baschirs Abreise noch nicht gesichert war.

Al-Baschirwar wegen eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union seit Samstag in Johannesburg. Südafrika wäre als Mitgliedsstaat des Weltstrafgerichts verpflichtet, ihn zu verhaften.Die Regierung argumentiert jedoch, dem 71-jährigen Staatschef stehe wegen der Teilnahme an demGipfeltreffen Immunität zu.

Das Gericht in Den Haaghat zwei internationale Haftbefehle gegen Al-Baschir erlassen wegen des Verdachts auf Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der westlichen Bürgerkriegsprovinz Darfur. Der Konflikt in Darfur hat nach UN-Schätzungen seit 2004 etwa 300 000 Menschenleben gekostet. Mehr als 2,5 Millionen Menschen flohen vor der Gewalt.

Das Gericht in Den Haag, dieEU, die USA sowie Menschenrechtsorganisationenhatten Südafrika aufgefordert, Al-Baschir zu verhaften.

dpa

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