Umfrage-Werte mit Folgen?

„Es ist beschissen!“ CDU-Abgeordnete fordern Laschet zum Rückzug auf - und stellen Ultimatum

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union und Vorsitzender der CDU (Archivbild)
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Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union und Vorsitzender der CDU (Archivbild)

Armin Laschet will die letzten Wochen im Wahlkampf wohl mehr auf sein Team setzen. Derweil sieht er sich aber auch mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Berlin - Für Armin Laschet* wird es offenbar immer enger: Die Umfragewerte der Union wenige Wochen vor der Bundestagswahl* sind vergleichsweise schlecht, seine persönlichen Werte erst recht. Erst waren die Grünen der direkte Gegner, jetzt ist es die SPD. Doch soweit ist die Partei um Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock* auch nicht entfernt derzeit.

Alle müssten an einem Strang ziehen, hieß es von der CSU mal wieder am Donnerstag - doch das seit langem vernehmbare Grummeln ist schon ziemlich laut. Bei einer Sitzung der Unions-Fraktion soll die Düsseldorfer CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel den CDU-Chef Laschet jetzt sogar aufgefordert haben, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden“. Das berichtete jedenfalls die Bild und beruft sich auf Teilnehmerkreise. Die Aufforderung zum Rückzug von der Spitzenkandidatur sei unmissverständlich gewesen. „Es ist besser, kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen“, wird Pantel zitiert. Auch der Abgeordnete Axel Müller (CDU*) sei ihr beigesprungen: „Mit einem Wort: Es ist beschissen!“ Der ebenfalls zugeschaltete Laschet soll auf die Forderungen nicht reagiert haben.

Armin Laschet vor der Bundestagswahl: Teamlösung soll her

In die Rhetorik des „An-einem-Strang-ziehens“, reiht sich hingegen offenbar Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) ein. Der Abgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) wiederum soll dafür plädiert haben, das Team der CDU neben Laschet mehr zu präsentieren.

In diese Richtung scheint aber auch Laschet zu denken - am Samstag könnte er die Gelegenheit für die Präsentation bekommen. Die Unionsspitze will dann in einer zentralen Auftaktveranstaltung in Berlin die Schlussphase zur Bundestagswahl starten. „Wir müssen und werden mehr Köpfe zeigen und machen so deutlich, dass wir ein starkes Team sind“, wurde der CDU-Chef am Freitag laut dpa von Teilnehmern der Online-Sitzung zitiert.

Video: Bröckelnde Umfragewerte für die Union

Mit den Themen der Union würden in den nächsten Wochen auch die profilierten Köpfe der Union in einer Mannschaft sichtbar werden, kündigte Laschet an. Er sagte demnach: „Während die SPD ihre Leute verstecken muss, können wir mit Stolz unsere kompetenten Köpfe zeigen. Sowohl aus den Ländern als auch aus der Bundestagsfraktion.“ Die Breite der Union solle sichtbar werden.

Union läutet am Samstag Wahlkampf-Endspurt ein - Blume erwartet „Vollgas“

Bei der Veranstaltung am Samstag wird sich auch sicher noch einmal zeigen, wie geschlossen die Union auftreten kann. CSU*-Generalsekretär Markus Blume jedenfalls baut schon wieder vor: „Ich halte es schon für dringend notwendig, dass wir jetzt auch als Union deutlich machen, dass der Kanzlerkandidat sagt, welchen Weg er für Deutschland will“, sagte er am Freitag in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“. Zu seinen Forderungen an Laschet im Wahlkampf sagte Blume: „Da gibt es nur ein Wort, was jetzt notwendig ist: Vollgas, wir müssen Tempo machen.“ (cibo/dpa/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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