Grünen-Kandidatin 75 Minuten im Fokus

ARD-Wahlarena: Pflegerin konfrontiert Baerbock mit ihrem Problem - Die kündigt drei Schritte an

Annalena Baerbock sieht sich am Montag womöglich mit kritischen Fragen konfrontiert. Die Kanzlerkandidatin der Grünen ist zu Gast in der ARD-Wahlarena.

Update vom 6. September, 21.25 Uhr: Wie will es Baerbock schaffen, dass man sich Klimaschutz auch leisten könne, wollte eine Mutter von der Grünen-Kanzlerkandidatin wissen. Baerbock betonte „Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit“ zusammenbringen zu wollen. Es gehe nicht darum, das Autofahren zu verbieten, gerade auf dem Land sei man auf das Auto angewiesen. Was die Förderung von Elektroautos angeht, möchte die Grünen-Politikerin insbesondere Menschen mit geringerem Einkommen entlasten. Es solle eine entsprechende Prämie für E-Autos geben. Darüber hinaus müsse der Öffentliche Personennahverkehr deutlich ausgebaut werden, um die Abhängigkeit vom Kfz zu lindern.

ARD-Wahlarena: Baerbock will an Tempolimit festhalten - „dafür werde ich mich starkmachen“

Update vom 6. September, 20.59 Uhr: Annalena Baerbock will sich im Falle einer Regierungsbeteiligung trotz vieler Vorbehalte für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometer auf deutschen Autobahnen einsetzen. „Das ist etwas, für das ich mich starkmachen werde“, antwortete sie auf die Frage eines Außendienstmitarbeiters. Ein Tempolimit bringe auch mehr Verkehrssicherheit. „Man braucht Regeln in der Gesellschaft, sowie wir auch auf dem Fußballplatz Regeln haben“, verteidigte Baerbock die Forderung der Grünen nach einem Tempolimit. „Auch bei Rot bleiben wir alle stehen.“

Den Einwand des Fragestellers, dass sich ein Tempolimit mit einem verstärkten Aufkommen vom E-Autos von selbst erledigen werde, weil bei diesen wegen der Batterien Energie gespart werden müsse, ließ die Kanzlerkandidatin der Grünen nicht gelten. Inzwischen gebe es Batterien mit einer Reichweite von 700 Kilometern. „Deshalb wird sich das aus meiner Sicht nicht selbst regeln“, sagte die Grünen-Vorsitzende.

ARD-Wahlarena: Junge Pflegerin konfrontiert Baerbock - „wurden nur beklatscht und bejubelt“

Update vom 6. September, 20.32 Uhr: Annalena Baerbock ist zu Beginn der ARD-Wahlarena mit kritischen Fragen einer jungen Pflegerin konfrontiert worden. „Wir wurden beklatscht und bejubelt (während der Corona-Pandemie, d. Red.), aber in der Pflege hat sich absolut nichts verändert“, beklagte sich eine 23-jährige Altenpflegerin. Sie wollte von der Grünen-Kanzlerkandidatin wissen, was sie konkret für die Pflege tun werde.

Baerbock bedankte sich „herzlich“ für die Arbeit während der Pandemie und kündigte an, dass das Thema eine große Priorität in der grünen Politik innehabe. Sie kündigte drei Schritte an: Mit Blick auf die Arbeitszeit müsse man zu einer 35-Stunden-Woche kommen. Außerdem brauche es „deutliche Lohnerhöhungen“ und einen neuen Personalschlüssel. Pflegekräfte dürften nicht für zu viele Patienten zuständig sein. Die 23-Jährige sei laut eigener Aussage für 30 Patienten zuständig. „Da geht der Patient unter. Man möchte für die Menschen da sein, aber das ist nicht gegeben.“

Der nächste Fragensteller arbeitet ebenfalls in der Pflege und konfrontierte Baerbock mit der Frage, wie denn die Pflegekräfte konkret entlastet werden können. Baerbock entgegnete, man müsse dabei auch auf das Ausland schauen. Genehmigungen müssten schneller erteilt werden. „Wir brauchen weitere Fachkräfte in der Pflege.“

Annalena Baerbock zu Gast in der ARD-Wahlarena. Die Kanzlerkandidatin der Grünen musste sich kritischen Fragen stellen.

ARD-Wahlarena: Baerbock stellt sich dem Publikum - Wird es ähnlich hitzig wie 2017 mit Merkel?

Erstmeldung vom 6. September: Lübeck - Der Wahlkampf geht in die heiße Phase. 20 Tage vor der Bundestagswahl* ist Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* zu Gast in der ARD-Wahlarena. Bei der Sendung stehen Zuschauerfragen im Mittelpunkt. Was bewegt die Menschen im Land? Wie reagiert Baerbock auf die Belange der Bürgerinnen und Bürger? In der 75-minütigen Sendung aus der Kulturwerft in Lübeck stellt sich die Grünen-Kandidatin den Fragen der Bevölkerung.

Bundestagswahl: Annalena Baerbock zu Gast in der „ARD-Wahlarena“

Grüne-Kanzlerkandidatin Annalena Bearbock am Rande des TV-Triells. Nun ist sie in der ARD-Wahlarena

2005 feierte die „ARD-Wahlarena“ ihre Premiere und findet nun bereits zum fünften Mal bei einer Bundestagswahl statt. Auch diesmal geht es laut Senderangaben darum, „die Sorgen, Probleme und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt zu stellen.“ Um einen möglichst großen Querschnitt der Bevölkerung in der „ARD-Wahlarena“ zu haben, wird ein Großteil des Publikums mit Hilfe der Meinungsforscher von infratest dimap ausgewählt.

Moderiert werden die Wahlarenen von Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur, und Ellen Ehni, WDR-Chefredakteurin. Nach Baerbock kommen auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz* (7. September) und Armin Laschet* von der Union (15. September) zu Wort.

ARD-Wahlarena: Als sich ein junger Pfleger die Kanzlerin vorknöpfte

Andreas Cichowicz sieht in der ARD-Wahlarena eine „bewährte und ausgewogene Form der Entscheidungshilfe, wer ins Kanzleramt einziehen soll.“ Denn „Politik und Wahlberechtigte treffen direkt aufeinander. Das ist gelebte Demokratie und stärkt die politische Teilhabe“. Ellen Ehni betont „besondere Momente“ aufgrund des direkten Austauschs.

Vor der letzten Wahl gab es etwa eine leidenschaftliche Debatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und einem jungen Pfleger. Der 21-jährige Alexander Jorde las der CDU-Politikerin gehörig die Leviten.  In der Sendung sagte der Azubi mit Bezug auf das Grundgesetz, dass die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen „tausendfach verletzt“ werde. Die Pfleger seien überlastet und für zu viele Patienten zuständig. 

Das Thema ist nun - vier Jahre später - aktueller denn je. Die Coronavirus-Pandemie* hat die teils dramatische Lage in den Pflegeberufen offengelegt. Womöglich spielt die Pandemiepolitik auch am Abend eine Rolle, wenn Annalena Baerbock zu Gast in der ARD-Wahlarena sein wird. Wir halten Sie in diesem Text über die wichtigsten Aspekte des TV-Auftritts auf dem Laufenden. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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