Leitfaden für Reisende

Bahnstreik: In fünf Schritten ans Ziel

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Foto: Wer schon ein Bahnticket hat, muss dieses nicht abschreiben: Die Deutsche Bahn will einen Teil der Verbindungen aufrechterhalten.

- Bei der Bahn streiken die Lokführer ab Dienstag sechs Tage lang im Personenverkehr. Tausende Reisende müssen in dieser Woche schauen, wie sie trotzdem ans Ziel kommen. Mit dieser Anleitung sind Sie gewappnet.

1. Prüfen, ob der Zug tatsächlich ausfällt

Wer einBahnticket hat, muss dieses nicht abschreiben: Im Fernverkehr sollen etwa 30 Prozent aller Züge fahren, sagte eine Sprecherin der Bahn. ImRegionalverkehr sollen es 15 bis 60 Prozent sein. Hier sind die Unterschiede je nach Verkehrsgebiet groß.

Diese Züge fallen in der Region Hannover aus.

Liveauskunft: Der Ersatzfahrplan ist über die Liveauskunft auf www.bahn.de/liveauskunft erreichbar. Auf dem Smartphone finden Fahrgäste diese Auskunft mit der App DB Navigator oder unterm.bahn.de . In der Liveauskunft stehen ausschließlich Züge, die auf jedenFall bis zum Ziel fahren.

Regionaler Ersatzverkehr: Hier finden Sie die Ersatzfahrpläne der Regionalbahnen für Niedersachsen.

Kostenlose Servicenummer der Deutschen Bahn 08000/99 66 33.

2. Einen anderen Zug nutzen

Steht die eigene Verbindung nicht imErsatzfahrplan, können Reisende auf einen anderen Zug umsteigen. Das darf auch ein höherwertiger Zug sein. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Tickets wie etwa den Sparpreis-Angeboten die Zugbindung aufgehoben. Wer aus diesem Grund allerdings überfüllte Züge fürchtet oder keine Zeit hat, einen deutlich späteren Zug zu nehmen, muss Alternativen finden.

3. Alternative Verkehrsmittel finden

Erixx: In Niedersachsen kann man auf einigen Strecken auf die Bahnkokurrenten Erixx und Metronom umsteigen. In beiden Zügen gelten die Fahrkarten der Deutschen Bahn.

Ab Dienstag halten alle Erixx-Züge auf der Strecke Buchholz-Soltau-Hannover (beide Richtungen) zusätzlich an den S-Bahnhalten Bennemühlen, Bissendorf und Kaltenweide.

Metronom: Auf der Strecke Göttingen – Hannover – Uelzen fährt der Metronom die S-Bahn-Halte südlich von Hannover nicht an, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite mitteilt.

Üstra: Die Bahnhöfe Bismarckstraße, Messe Laatzen und Rethen können mit der Üstra erreicht werden.

Fernbus: Für viele Reisende ist der Fernbus die naheliegendste Alternative. Der Marktführer MeinFernbus FlixBus hat seit Bekanntgabe des Streiks fünfmal mehr Webseitenzugriffe verzeichnet, die Buchungen sind gestiegen. „Wir gehen davon aus, dass die Metropolverbindungen am stärksten nachgefragt werden“, sagte eine Sprecherin von MeinFernbus. Das sind etwa die Strecken Berlin-Frankfurt oder Hamburg-München. Der Anbieter plant mit höheren Kapazitäten und will jeden Reisenden, der noch ein Ticket sucht, ans Ziel bringen. Die Ticketpreise steigen tendenziell, je näher der Buchungstag rückt.

Tickets können bei MeinFernbus FlixBus bis zu 15 Minuten vor Abfahrt storniert werden, entweder kostenfrei gegen einen Gutschein oder durch die Auszahlung des Buchungspreises abzüglich einer Stornogebühr. Bei Berlin Linien Bus sind Stornierungen nur bis 24 Stunden vor der Abreise möglich und kostenlos. Der Kunde erhält statt Geld einen Gutschein zurück. Beim Anbieter Postbus lassen sich die Tickets bis zu 12 Stunden vor Abfahrt stornieren, die Stornogebühr beträgt 10 Euro pro Ticket.

Mitfahrgelegenheiten: Auf Onlineportalen bieten Autofahrer freie Plätze in ihrem Auto für eine bestimmte Strecke an. Die Preise sind oft günstig, Reisende können außerdem neue Leute kennenlernen. Es besteht aber das Risiko, dass der Fahrer unsicher unterwegs ist. Auf Twitter werden darüber hinaus wie schon bei vorangegangenen Streiks Mitfahr-Angebote unter dem Hashtag #twitfahrzentrale angezeigt.

Auch über die HAZ-Facebookseite können Sie sich vernetzen und Fahrgemeinschaften bilden.

Mietwagen: Sie lassen sich in der Regel unkompliziert online buchen, zum Beispiel auf Portalen wie Billiger-mietwagen.de, Check24.de oder Autoeurope.de. Bei einer Buchung über Internetportale ist üblicherweise eine Stornierung bis 24 Stunden vor Mietbeginn möglich, falls das Auto am Ende doch nicht gebraucht wird.

4. Fahrkarte erstatten lassen

Die Deutsche Bahn bietet Fahrgästen an, Fahrkarten und Reservierungen während des Streikzeitraums kostenlos zu erstatten - explizit auch für Verbindungen, die fahren. Ansprechpartner an den Bahnhöfen sind die DB Reisezentren. Wer sein Ticket per Post bekommen hat, geht unter www.bahn.de auf „Meine Bahn“, dort auf „Meine letzten Bestellungen“, dann auf „Stornieren“ und anschließend auf „Erstatten“. Weiter geht es über denReiter „Zum Erstattungsantrag“. Diesen Vordruck herunterladen, ausfüllen, drucken und mit denTickets an die auf dem Formular angegebene Adresse schicken. Wer kein Kundenkonto bei der Bahn hat, benötigt die Identifizierungsnummer, die er bei der Buchung angegeben hat.

Online-Tickets : Diese lassen sich ebenfalls über das Kundenkonto im Internet kostenlos stornieren. Hier entfällt das Drucken und Versenden. Wer kein Konto hat, wählt auf der Bahn-Seite die „Auftragssuche“. Nach Eingabe von Auftragsnummer sowie Nummer der Identifikationskarte lässt sich das Ticket nun ebenfalls umsonst stornieren. Über die App DB Navigator und aufm.bahn.de lassen sich Online- und Handy-Tickets ebenfalls kostenlos erstatten.

5. Bei Verspätung Geld zurückverlangen

Fährt der ausgewählte Zug, heißt das noch nicht, dass er pünktlich sein Ziel erreicht. Laut Gesetz bekommen Fahrgäste ab einer Stunde Verspätung 25 Prozent des Reisepreises zurück. Ab zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Die Bahn kann sich bei einem Streik nicht auf höhere Gewalt berufen.

Umsteigen auf Bus und Taxi: In bestimmten Fällen können Fahrgäste, die mit einer Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielort rechnen müssen, ein anderes Verkehrsmittel wie Bus oder Taxi nutzen - und zwar, wenn die planmäßige Ankunftszeit zwischen 0.00 und 5.00 Uhr morgens liegt. Die Deutsche Bahn erstattet dann Kosten bis zu maximal 80 Euro. Fahrgäste müssen die Busfahrkarte oder Taxi-Quittung im Original aufheben. Erfordert eine Verspätung eine Übernachtung oder ist die Fortsetzung der Reise am selben Tag nicht zumutbar, erstattet die Bahn auch die Hotelkosten. In diesem Fall ebenfalls die Originalrechnung aufheben.

dpa/ska

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