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Wegen Corona-Mutanten: Karl Lauterbach sieht Deutschland „am Beginn der dritten Welle“

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Von: Delia Friess

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Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einer neuen Welle der Corona-Pandemie. Die Mutanten seien auch für Kinder gefährlich. Er fordert einen noch strikteren Lockdown.

Berlin – Aufgrund der starken Ausbreitung der Mutanten des Coronavirus aus Großbritannien und Südafrika warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor, dass Deutschland sich „am Beginn einer dritten Welle“ befinde. „Der Lockdown ist stark genug, das ursprüngliche Sars-CoV-2 zu verdrängen. Die neuen Mutanten aber, insbesondere die aus Großbritannien und Südafrika, dehnen sich weiter aus“, sagte Lauterbach in einem Interview mit dem „SWR“. Dass Deutschland bereits vor einer dritten Welle stünde, bestätigten die Zahlen und Daten, so Lauterbach. Es handele sich um eine komplett neue Pandemie. Diese Varianten des Coronavirus seien nicht mit dem bisherigen Lockdown zu stoppen.

Coronavirus in Deutschland: Karl Lauterbach befürchtet „komplett neue Pandemie“

So handelt es sich bei jeder Infektion in der norddeutschen Stadt Flensburg um die Mutante B.1.1.7 aus Großbritannien, wie die „Tagesschau“ berichtet. Als Konsequenz wurde bereits die Grenze zu Dänemark geschlossen. Lauterbach ist sogar der Meinung, dass in Deutschland vom ursprünglichen Coronavirus fast keine Fälle mehr auftreten und sich stattdessen die neuen Varianten verbreiten würden. Auf Twitter forderte Karl Lauterbach deshalb einen strikteren Lockdown, um die Bildung von Clustern zu vermeiden.

Karl Lauterbach (SPD) kommt zu Beginn der Pressekonferenz der Fraktionsübergreifenden Abgeordneten-Gruppe zum Start der Initiative für die Neuregelung zur Sterbehilfe im Bundestag in die Bundespressekonferenz mit einer FFP3-Maske.
Karl Lauterbach (SPD) kommt zu Beginn der Pressekonferenz der Fraktionsübergreifenden Abgeordneten-Gruppe zum Start der Initiative für die Neuregelung zur Sterbehilfe im Bundestag in die Bundespressekonferenz mit einer FFP3-Maske. © Kay Nietfeld

Coronavirus-Mutanten aus Südafrika und Großbritannien: Auch Kinder und Jugendliche gefährdet

Aufgrund der Nachricht von der zunehmenden Verbreitung der neuen Virusvarianten des ursprünglichen Coronavirus sei laut Lauterbach der kommende Montag (22.01.2021) kein guter Zeitpunkt für Lockerungen: Einige Bundesländer wollen dann teilweise Grundschulen und Kitas wieder öffnen. Lauterbach sagte in dem Interview mit dem „SWR“ vom Samstag (20.02.2021), dass er auf Antigen-Tests gehofft habe, die nun aber nicht rechtzeitig da seien. Daher ginge man ein Risiko mit den Öffnungen am Montag ein, warnte der SPD-Politiker. Auch RKI-Chef Lothar Wieler befürchtet, dass sich vermehrt Kinder und Jugendliche mit den Mutanten infizieren und auch erkranken werden, wie er am Freitag (19.02.2021) in einer Pressekonferenz mitteilte.

Lauterbach teilt diese Befürchtung, da an den Orten, an denen die Mutationen des ursprünglichen Coronavirus auftraten, auch Schulen von Ausbrüchen betroffen waren. Aus bisherigen Untersuchungen ist bekannt, dass die Virusvarianten aus Südafrika und Großbritannien ansteckender sind als das Ursprungsvirus. Zudem reiche wohl eine geringere Virusdosis, um sich anzustecken. Lauterbach rät daher zum Einsatz von Antigen-Tests* in den Schulen in Kombination mit Wechselunterricht, zum Tragen von FFP-2-Masken und zur Nachbesserungen bei der Verteilung von Impfstoffen*.

Aufgrund der starken Ausbreitung der Mutanten des Coronavirus aus Großbritannien und Südafrika warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor, dass Deutschland sich „am Beginn einer dritten Welle“ befinde.
Aufgrund der starken Ausbreitung der Mutanten des Coronavirus aus Großbritannien und Südafrika warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor, dass Deutschland sich „am Beginn einer dritten Welle“ befinde. (Archivbild) ©  Political-Moments/imago-images.de

Öffnung von Kitas und Grundschulen: Lauterbach in Sorge wegen Mutanten

Karl Lauterbach warb für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca*, der zuvor in die Kritik geraten war, und plädiert dafür, den Impfstoff stärker zu nutzen, um die unter 65-Jährigen zu impfen. Es sei nicht akzeptabel, dass der Astrazeneca-Impfstoff in den Impfzentren herumliege, so Lauterbach. Auch Lehrkräfte könnten damit geimpft werden. Nach ersten Umfragen soll der Impfstoff von Biontech/Pfizer* derzeit noch vor dem Impfstoff von Moderna* am beliebtesten bei den Deutschen sein. Eine neue Studie aus Israel, die zeigt, dass der Biontech-Impfstoff auch die Ansteckung mit dem Virus verhindern könnte, dürfte die Beliebtheit weiter steigern.

Von einer Öffnung der Gastronomie oder Fitnessstudios ab einer 7-Tage-Inzidenz von unter 35, wie FDP-Politiker Christian Lindner es vorschlägt, rät Lauterbach im Interview mit dem „SWR“ ab, da sich durch das Essen ohne Mundschutz die Virusvarianten stärker verbreiten könnten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* teilte in einer Gesprächsrunde mit Bürger:innen am Samstag (20.02.2021) mit, dass er Lehrer:innen ebenfalls schnellstmöglich ein Impfangebot machen wolle. (Delia Friess) *fr.de und hna.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Derweil haben am Samstag in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen stattgefunden, berichtet hna.de*.

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