Covid-19

Corona-Erkrankung – So hoch ist das Sterberisiko bei Kindern

Neue Corona-Studie aus England: Forschende haben das Sterberisiko für Kinder untersucht.
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Neue Corona-Studie aus England: Forschende haben das Sterberisiko für Kinder untersucht.

Sollten Kinder gegen Corona geimpft werden? Das wird hitzig debattiert. Eine Studie aus England liefert neue Erkenntnisse über das Covid-19-Sterberisiko bei Kindern. 

Kassel – Soll ich mein Kind gegen Corona* impfen lassen oder lieber nicht? Diese Fragen stellen sich zurzeit viele Eltern. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Experten haben verschiedene Meinungen zur Corona-Impfung bei Kindern. Eine neue Studie aus England könnte Eltern bei ihrer Entscheidungsfindung nun weiterhelfen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des University Colleges London und der Universitäten York, Bristol und Liverpool untersuchten 3105 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung. Bei den Sterbefällen handelte es sich um unter 18-Jährige, die während des ersten Pandemiejahres in England starben. Zudem filterten die Forschenden heraus, ob die Kinder an den Folgen einer Corona-Infektion starben – oder an einer anderen Ursache, aber zum Zeitpunkt des Todes positiv auf Corona getestet wurde.

Corona-Studie: Viele verstorbene Kinder litten an Vorerkrankungen

Das Studien-Ergebnis lautet: 25 Kinder und Jugendliche sind in dem untersuchten Zeitraum an einer Corona-Erkrankung gestorben. Die meisten hatten eine Vorerkrankung. Etwa 15 litten an „lebensgefährlichen“ Erkrankungen – darunter 13 mit komplexen geistigen Beeinträchtigungen.

Die Forschenden stellten nur bei sechs Kindern keine Vorerkrankung fest – möglicherweise sei eine solche aber übersehen worden, schreiben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Weitere 36 Kinder hatten zum Zeitpunkt ihres Todes zwar ein positives Corona-Testergebnis – allerdings starben sie an anderen Ursachen. Auf England bezogen ergibt sich folgendes Sterberisiko: Zwei von einer Million Kindern könnten an Sars-CoV-2 sterben.

Corona-Impfung bei Kindern: Karl Lauterbach kritisiert Empfehlung der Stiko

„Sars-CoV-2 ist sehr selten tödlich, selbst bei Patienten mit zugrunde liegenden Komorbiditäten“, fasst das Team die Ergebnisse zusammen. Auf dieser Grundlage könne man nun Familien und Politik über zukünftige Corona-Maßnahmen und Impfungen für unter 18-Jährige beraten.

Dennoch sprechen sich Experten und Expertinnen für Corona-Impfungen bei Kindern aus. Karl Lauterbach hatte die Stiko-Empfehlung zuletzt kritisiert. Der SPD-Gesundheitsexperte sagte, die Stiko argumentiere, dass Covid-19 für Kinder harmlos sei. „Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, so Karl Lauterbach*. In Großbritannien würden bereits viele Kinder mit Corona in Krankenhäusern behandelt.

Deshalb müsse die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung für Kinder auf den neusten Stand bringen. „Die Angaben der Stiko beziehen sich immer auf alte Varianten“, erkläutert Karl Lauterbach. Eine Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante sei zu riskant. (Jan Wendt) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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