Corona-Pandemie

Kritik an Schließung der Impfzentren: Städtetag fordert Weiterbetrieb - Hausärzte halten dagegen

Der Deutsche Städtetag übt heftige Kritik an den Plänen, die Impfzentren bis Ende September zu schließen.
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Der Deutsche Städtetag übt heftige Kritik an den Plänen, die Impfzentren bis Ende September zu schließen.

Der Deutsche Städtetag erwartet zum Herbst einen großen Andrang für die Impfungen und übt Kritik an den Plänen, die Impfzentren zu schließen.

Kassel - Die Corona*-Impfzentren in Deutschland sollen Ende September geschlossen werden. Das hält der Deutsche Städtetag für falsch und dringt auf einen Weiterbetrieb bis in den Herbst hinein: „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, der Passauer Neuen Presse.

Dedy betonte zudem, dass die mobilen Impfteams zu Pflegeeinrichtungen und sozialen Brennpunkten von den Impfzentren aus starten. „Die Impfzentren machen einen guten Job. Die Teams sind eingespielt“, gab er zu bedenken. „Sonst müssen die Städte sämtliche Impfaktivitäten zum 1. Oktober 2021 beenden“, warnte der Geschäftsführer.

Impfzentren: Städtetag fordert Finanzzusagen von Bund und Ländern für den Weiterbetrieb

Zudem fordert der Geschäftsführer des Städtetages, dass Bund und Länder die Zusagen für die Finanzierung der Zentren verlängern. Er mahnt zügige Entscheidungen von Bund und Ländern in dieser Sache an. „Wir haben Verträge geschlossen, die müssen bis Ende Juni gekündigt oder verlängert werden. Wenn hier der Schalter umgelegt ist, sind die Impfzentren bald zu - dann wohl endgültig“, sagte Dedy.

Hausärzteverband hält Schließung der Impfzentren für richtigen Schritt

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt hält dagegen. Er befürwortet die Schließung der Impfzentren bis Ende September* und führt die hohen Kosten an. Laut Weigeldt sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“ Kanzlerin Angela Merkel hatte jüngst wegen des „Wettlaufs“ gegen die Ausbreitung der Delta-Variante Nachimpfungen angekündigt.

Corona-Impfungen: Ein Viertel der Deutschen bereits vollständig geimpft

Unterdessen nimmt die Impfkampagne in Deutschland weiter Fahrt auf. Bis Samstag wurde bereits etwas mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut (RKI) gaben die Impfquote mit 25,7 Prozent an. - berücksichtigt sind darin alle Impfungen bis einschließlich Freitag. Vollständig geimpft seien somit rund 21,4 Millionen Menschen.

Die Quote der Erstimpfungen wurde mit 48,1 Prozent der Bevölkerung angegeben. Dies betrifft nun etwas mehr als 40 Millionen Menschen. In den Bundesländern Bremen, Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wurde bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Am niedrigsten ist die Quote in Sachsen mit 43 Prozent. Auch die Entwicklung bei den Fallzahlen ist positiv: Laut dem RKI sinkt die Inzidenz weiter und leigt am Samstag bei 18,3. (dir mit afp und dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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