Kultusministerkonferenz

Lehrer fordern bundesweite Corona-Regeln in Schulen

Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte fordern einheitliche Regeln für die Schulen in der Corona-Pandemie. Doch von der Kultusministerkonferenz ist nicht viel zu erwarten.

Berlin – Distanzunterricht, Wechselunterricht, mit Selbsttest mit Schnelltest oder ohne, für Abschlussklassen oder auch vierte Klassen, nur unter einer Corona*-Inzidenz von 100 oder auch darüber - die Antwort auf die Frage, ob trotz Corona-Pandemie nach den Osterferien die Schulen wieder öffnen werden, ist im Moment nur schwer zu beantworten. An diesem Donnerstag (08.04.2021) beraten die Kultusminister der Länder in einer Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) über das weitere Vorgehen.

Für wen bleiben Schulen geschlossen, für wen öffnen sie in in der dritten Welle der Corona-Pandemie?

Viele haben offenbar genug von dem Wirrwarr der unterschiedlichen Regeln: Lehrer- und Schülerverbände haben vor der Sitzung gefordert, dass es deutschlandweit einheitliche Regeln für Schulöffnungen und Corona-Tests geben soll. „Der Ball liegt jetzt bei den Kultusministern“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Sie können jetzt zeigen, ob sie es schaffen, mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie endlich bundeseinheitliche Vorgaben zum Thema Schule vorzulegen.“

Corona und Schulen: Lehrerverband fordert Testpflicht für alle

Meidinger betonte weiter, es brauche eine Testpflicht für alle Schüler in Deutschland: „Das heißt: Mindestens zweimal in der Woche muss verbindlich getestet werden.“ Auch beim Thema Schulöffnungen sei eine einheitliche Linie nötig: „Es kann nicht angehen, dass jedes Bundesland macht, was es will - und einzelne sagen, sie öffnen unabhängig von den Inzidenzen.“

Er forderte eine generelle Grenze, ab der die Schulen geschlossen werden sollen: „Oberhalb einer Inzidenz von 100 müssen die Schulen geschlossen werden.“ Wenn allerdings zusätzlich zu flächendeckendem Testen die Impfkampagne unter den Lehrern weit fortgeschritten sei, sollten Schulträger in Verbund mit Gesundheitsbehörden vor Ort die Chance erhalten abzuwägen, ob auch bei etwas höheren Inzidenzen mehr möglich sei. Aber so weit sei es noch nicht: Durch die Änderungen bei Astrazeneca* gebe es momentan einen Rückschlag bei der Impfung* der Lehrer, so Meidinger.

Corona und Schulen: Schüler:innen wollen einheitliche Regeln

Aber auch die Schülerinnen und Schüler selbst wollen einheitliche Regeln. Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, forderte die Kultusministerinnen und Kultusminister auf, sich auf eine einheitliche, für alle verbindliche Linie beim Thema Schulöffnungen zu verständigen: „Für uns als Schülerinnen und Schüler ist klar: Die Schulen sollen überall da, wo es vertretbar ist, offen bleiben.“

Corona und Schulen: Coronatests zweimal die Woche

Das sei wichtig für alle, die zu Hause nicht so gut gefördert werden könnten - aber auch für Kinder und Jugendliche generell. „In Hotspots mit Inzidenzen von mehr als 100 muss es aber verbindlich Distanzunterricht geben - mit Ausnahmen nur für Abiturjahrgänge und Abschlussklassen“, betonte der Schülervertreter.

Zum Thema Corona-Tests ergänzte Schramm: „Jede Schülerin und jeder Schüler muss die Möglichkeit haben, sich zweimal die Woche testen zu lassen. Das darf nicht nur ein Ziel sein, sondern muss wirklich geregelt sein.“ Es müsse auch verbindliche Regeln geben, wie die Tests organisiert werden.

Corona und Schulen: Beamtenbund fordert Impfung für Lehrer:innen und Tests für Schüler:innen

Der Beamtenbund dpp fordert, auf Präsenzunterricht ohne Corona-Test ganz zu verzichten. „Wenn die Schulen in der dritten Welle geöffnet sein sollen, müssen die Lehrkräfte auch geimpft und die Schülerinnen und Schüler getestet werden“, sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Silberbach sagte: „Wer nicht getestet werden kann oder will, muss vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden. Andernfalls setzen wir alle Beteiligen einem zu großen Risiko aus, und die Infektionszahlen drohen nach den Osterferien zu explodieren.“ Laut den jüngsten Lageberichten des Robert Koch-Instituts spielen die Schulen eine wachsende Rolle bei der Viruszirkulation in Deutschland.

Corona und Schulen: Auch Armin Laschet will einheitliche Regeln nach den Osterferien

Am Freitag hatte sich der CDU-Vorsitzende Armin Laschet* für eine bundesweit einheitliche Regelung dazu ausgesprochen, wie es für die Schulen nach den Osterferien weitergeht. Viele Bundesländer haben für ihre Schulen aber bereits Pläne gemacht. Je nach Land sollen bestimmte Jahrgänge wieder zurück in den Fernunterricht geschickt oder es soll am sogenannten Wechselmodell festgehalten werden. Überraschende Entscheidungen wird es auf der heutigen Konferenz deshalb eher nicht geben. In neun von 16 Bundesländern sind am Montag (12.04.2019) die Ferien zu Ende. Lehrer:innen und Schüler:innen mussten rechtzeitig informiert werden.

Die KMK hatte sich in diesem Jahr mehrfach für möglichst offene Schulen ausgesprochen. Zuletzt hatten die Schulministerinnen und -minister am 18. März gefordert, Schulen müssten im Vergleich zu allen anderen Lebensbereichen am längsten geöffnet bleiben. (Friederike Meier, mit Agenturen) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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