Virus-Pandemie

Virologin Ciesek mahnt: Asthma-Spray kein „Game-Changer“ im Kampf gegen Corona

Sandra Ciesek, Medizinerin und Virologin, während einer Pressekonferenz.
+
Sandra Ciesek hält Asthma-Spray nicht für entscheidend im Kampf gegen Corona.

Im Gegensatz zum SPD-Experten Karl Lauterbach steht die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek dem Asthma-Spray Budesonid im Kampf gegen Corona skeptisch gegenüber.

Frankfurt – Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ist skeptisch gegenüber dem Asthma-Spray Budesonid. „Ich würde es nicht als „Game Changer“ bezeichnen“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend (20.04.2021) im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte die in „The Lancet“ veröffentlichte Studie der Universität Oxford über das Athma-Spray Budesonid einen möglichen „Game Changer“ im Kampf gegen Corona* genannt. „Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weil die antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall der Lungenfunktion verhindern kann“, schrieb der Mediziner auf Twitter. Es gebe zudem kaum Nebenwirkungen.

Asthma-Spray Budesonid gegen Corona? Studie hat einige Schwächen

Ciesek hingegen blieb zurückhaltend, ob das Mittel beim Kampf gegen Covid-19 entscheidend sein wird. Die Studie habe „einige Schwächen“, so die Virologin aus Frankfurt: Wenige Patient:innen, keine Kontrollgruppe – vor allem aber habe sich der Sauerstoffbedarf der Patienten nach Gabe des Sprays nicht verändert. „Dennoch macht es natürlich Hoffnung“, sagte Ciesek. Es sei möglich, „dass es vielleicht Subgruppen gibt, die davon profitieren“.

Coronavirus

Alle Informationen rund um das Thema erhalten Sie auf unserer Themenseite Corona-News.

Auf keinen Fall sollten sich Menschen jetzt auf eigene Faust Budesonid besorgen. „Man sollte es vor allem nicht prophylaktisch nehmen, bevor man sich überhaupt infiziert, das würde gar nichts bringen und wäre sogar kontraproduktiv“, sagte Ciesek.

Kampf gegen Corona: Ciesek setzt keine Hoffnung in Sonnenlicht und Vitamin D

Nicht allzu viel Hoffnung setzen würde Ciesek auch in UV-Strahlen und Vitamin D. Vitamin D3 zur Behandlung von Covid-19 wird in deutschen Kliniken nicht mehr in der Leitlinie empfohlen. UV-Licht mache zwar Erreger unschädlich – aber nur, wenn diese frei im Raum seien, nicht in menschlichen Zellen. „Es ist sicher nicht falsch, wenn sich jemand auf den Balkon in die Sonne setzt. Ich würde mir nur nicht viel davon erwarten“, so Ciesek. (Tobias Möllers)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare