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Signal-Wahl für Trump: No-Name-Politikerin könnte seine erbittertste Gegnerin ausstechen

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Ehemaliger US-Präsident Trump
Ex-US-Präsident Donald Trump als er den Trump Tower in New York verlässt. (Archivbild) © Julia Nikhinson/AP/dpa/picture alliance

Donald Trump liebäugelt offen mit einer Kandidatur 2024. Eine seiner größten Widersacherinnen bei den Republikanern, Liz Cheney, könnte nun eine herbe Niederlage ereilen.

Cheyenne - Der US-Bundesstaat Wyoming ist traditionell äußerst konservativ, und als äußerst konservativer Vertreterin der Republikaner war Liz Cheney ein Sitz im US-Repräsentantenhaus stets sicher. Doch diesmal könnte sie bereits bei der Vorwahl der Republikaner am Dienstag scheitern: Denn Wyoming ist auch Donald-Trump-Land, und der ehemalige US-Präsident tut alles, um Cheneys politische Laufbahn zu zerstören, seit sie sich zu seiner erbittertsten Gegnerin gewandelt hat.

Erzfeindin Liz Cheney will Trumps Rückkehr ins Weiße Haus verhindern

Die 56-Jährige ist Vize-Vorsitzende des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Sturms auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 und will nach eigenem Bekunden eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus um jeden Preis verhindern. Dafür riskiert Cheney ihre eigene politische Karriere. Denn Trump, der bei der vergangenen Präsidentschaftswahl auf 70 Prozent der Stimmen in Wyoming kam, hat die 2016 erstmals ins Repräsentantenhaus gewählte Republikanerin zu seiner Erzfeindin erklärt. Er lässt keine Gelegenheit aus, sie persönlich anzugreifen.

Mit aller Kraft unterstützt der 76-Jährige bei der Vorwahl am Dienstag Cheneys Gegenkandidatin Harriet Hageman. Die 59-jährige Anwältin hat tatsächlich gute Chancen, bei den US-Kongresswahlen im November an Cheneys Stelle für die Republikaner zu kandidieren: Jüngste Umfragen sehen sie bei der Vorwahl 20 bis 30 Prozentpunkte vor der langjährigen Abgeordneten.

Signal-Wahl für Donald Trump: Cheney gilt als größte Widersacherin

Es spielt keine Rolle, dass die Tochter des ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney und Vertreterin des traditionellen rechten Flügels der Republikaner für Waffen und gegen Abtreibung ist. Die Menschen des bevölkerungsärmsten Bundesstaats der USA nehmen es ihr übel, dass sie seit einem Jahr in schärfstem Ton gegen die vom Trump-Lager verbreitete und wiederholt widerlegte Behauptung vorgeht, dem Ex-Präsidenten sei der Wahlsieg „gestohlen“ worden.

Ihre Beteiligung an den Untersuchungen gegen Trump und sein Umfeld und seiner Rolle bei der Kapitol-Erstürmung haben Liz Cheney eine Reihe von Morddrohungen eingebracht. Seitdem reist sie mit Polizei-Eskorte durch das „Land der Cowboys“.

Video: Trump erwägt Kandidatur für Präsidentschaftswahlen 2024

Ihre Kampagne musste sie ohne Wahlversammlungen und öffentliche Veranstaltungen führen - denn ihre eigene Partei behandelt sie als Paria. „Liz vertritt Wähler, die es nur in ihrem Kopf gibt, das sind nicht die Wähler von Wyoming“, sagt Mary Martin, die Vorsitzende der Republikanischen Partei in Teton County. Dort hat Cheney ihren Wohnsitz. Trump, der seine Abwahl 2020 bis heute nicht anerkennt, liebäugelt offen mit einer erneuten Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2024. (afp/fmü)

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