BND warnt vor dramatische Folgen

Drogenproduktion gefährdet Afghanistan

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Foto: Afghanische Sicherheitskräfte verbrennen illegale Drogen in Herat.

Berlin - Anfang 2015 soll die Nato-Mission in dem Land am Hindukusch durch einen Ausbildungseinsatz ersetzt werden, an dem die Bundeswehr teilnimmt. Drogenhandel wird immer mehr zu einer Gefahr für das Land.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat vor dramatischen Folgen der Drogenproduktion für Sicherheit und Wirtschaft in Afghanistan gewarnt. Die Drogenproduktion habe in mehreren Staaten deutlichen Einfluss auf das Staatsgefüge, schreibt der Auslandsnachrichtendienst in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Analyse über den internationalen Rauschgifthandel. Als besonders negatives Beispiel wird die Lage in Afghanistan genannt, dem größten Anbauland von Schlafmohn und Heroinlieferanten sowie dem weltweit größten Cannabis-Anbaugebiet. Dort profitierten die radikal-islamischen Taliban.

Alarmierend ist dieser Befund auch vor dem Hintergrund der weiterhin in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten. Von einst mehr als 5000 deutschen Soldaten sind noch 1200 in dem Land. Die Nato-Mission Isaf, die die aktive Bekämpfung der Taliban vorsieht, endet am 31. Dezember. Zum Jahresanfang wird sie durch die Ausbildungs- und Beratungsmission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) ersetzt. Daran sollen noch bis zu 850 deutsche Soldaten teilnehmen.

Bekämpfung erweist sich als schwierig

„Durch die generierten Gelder werden Patronage-Netzwerke und unterschiedliche bewaffnete Gruppierungen, hier insbesondere auch die Taliban, finanziert, sowie die Korruption im Land massiv gestärkt“, heißt es in der BND-Analyse. Unabhängig von ethnischer, politischer, religiöser oder sozialer Zugehörigkeit profitiere eine Vielzahl von Gruppierungen in Afghanistan von der Drogenproduktion. Der Jahresumsatz des weltweiten Drogenmarkts liege nach UN-Schätzungen bei rund 390 Milliarden US-Dollar (etwa 314 Milliarden Euro). Dies liege im Bereich der fünf größten Unternehmen der Welt.

Der BND warnt, die Bekämpfung des internationalen Drogenhandels werde „durch die stetig zunehmende Diversifizierung von Schmuggelrouten und Nutzung der legalen Warenströme erschwert“. Maßgeblicher Schmuggelkorridor für Heroin aus Afghanistan nach West- und Zentraleuropa sei die Balkanroute über den Iran, die Türkei und die Balkanstaaten. In den vergangenen Jahren hätten sich zusätzlich zahlreiche Unterrouten gebildet. „So hat sich Ostafrika als wichtige Drehscheibe für den Heroinumschlag etabliert.“

Die Drogenlieferungen kämen auf dem Seeweg aus dem Iran und Pakistan und würden dann von Flugkurieren oder per Luftfracht nach Europa gebracht, schreibt der BND. Zum direkten Transport des Heroins aus dem Iran und Pakistan in westeuropäische Häfen würden zunehmend Container genutzt.

dpa

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