Anti-Islam-Bewegung

Entsetzen nach Anschlag auf Asylheim

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Foto: Ein Hakenkreuz ist an einer Hauswand in Vorra (Bayern) zu sehen. In der Nacht hatten im Ortskern des Dorfes im Kreis Nürnberger Land ein ehemaliger Gasthof, ein nahe gelegenes Wohnhaus sowie eine Scheune gebrannt.

Nürnberg - In Deutschland brennen wieder Asylbewerberheime: Im fränkischen Vorra bei Nürnberg sind drei für die Unterbringung von Flüchtlingen umgebaute Häuser ausgebrannt – an eine Wand wurden Hakenkreuze geschmiert, die Ermittler entdeckten Brandbeschleuniger. Die Indizien deuten auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin.

In Deutschland brennen wieder Asylbewerberheime: Im fränkischen Vorra bei Nürnberg sind drei für die Unterbringung von Flüchtlingen umgebaute Häuser ausgebrannt – an eine Wand wurden Hakenkreuze geschmiert, die Ermittler entdeckten Brandbeschleuniger. Die Gebäude waren noch unbewohnt, so dass niemand verletzt wurde. Der Sachschaden beträgt 700 000 Euro.

Die Indizien deuteten auf einen rechtsextremen Hintergrund hin, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU): „Es war auf jeden Fall eine vorsätzliche Tat.“ Eine 20-köpfige Sonderkommission soll die Täter aufspüren, es wurde eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Abscheuliche Taten, die aufs Schärfste zu verurteilen seien

Die Bundesregierung reagierte besorgt auf den Vorfall. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass dahinter ein fremdenfeindlicher Hintergrund stecke, dann seien dies abscheuliche Taten, die aufs Schärfste zu verurteilen seien, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz. In Deutschland gebe es für derlei Formen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Raum. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die Sicherheitsmaßnahmen in anderen Flüchtlingseinrichtungen verschärfen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verurteilte die „schändliche Tat“ und sagte: „Braunes Gedankengut hat keinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft.“

Zugleich wehrte sich Seehofer gegen den Verdacht, die CSU-Forderung, Migranten sollten auch zu Hause Deutsch sprechen, könnte in Zusammenhang mit den zunehmenden rechtsradikalen Aktivitäten stehen. Zu Beginn des CSU-Parteitages in Nürnberg nannte Seehofer „den Kampf gegen den Rechtsradikalismus einen Kern der Politik“ der Christsozialen. Zugleich müssten aber auch „die berechtigten Sorgen ganz vieler Bürger“ vor zu viel Fremden, vor einem gefährlichen Islamismus und vor einer Überforderung vieler Gemeinden mit dem anhaltenden Flüchtlingsstrom ernst genommen werden.

Rechtsextremisten nutzen Demonstrationen gezielt für ihre Zwecke aus

Auch Kanzlerin Angela Merkel rief beim CSU-Parteitag dazu auf, die Sorgen der Bürger vor Zuwanderung und steigenden Asylbewerberzahlen ernst zu nehmen. Aber es dürfe in Deutschland keinen Platz für Hetze gegen Gläubige, für Islamphobie oder Fremdenfeindlichkeit geben.

Die Linkspartei nutzte die Brandanschläge zu einem Frontalangriff gegen die AfD, aber auch gegen die Unionsparteien. Linken-Chef Bernd Riexinger sagte auch mit Blick auf die „Pegida“-Demonstrationen in Dresden: „Da zeichnet sich ein deutlicher Rechtsruck ab.“ Die AfD stehe „ ‚Pegida’ ohnehin näher als dem Grundgesetz und Bernd Lucke ist ein geistiger Brandstifter mit Biedermanngesicht“. Aber auch die Union breche „ein weiteres Tabu nach rechts, indem sie offen Verständnis für fremdenfeindliche Demonstrationen äußert“.

Die Innenminister von Bund und Ländern haben bei ihrer Tagung in Köln eindringlich vor zunehmender islam- und ausländerfeindlicher Hetze in Deutschland gewarnt. Rechtsextremisten und Rechtspopulisten würden gezielt Demonstrationen wie diejenigen des sogenannten „Pegida“-Bündnisses für ihre Zwecke ausnutzen.

Von Dieter Wonka

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