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Chaos durch internen Bericht droht: An Johnsons Schicksal hängen Neuwahlen

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Von: Tobias Utz

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In Großbritannien braut sich etwas zusammen: Der Bericht zu Johnsons möglichen Lockdown-Partys gilt als Pulverfass.

London – Boris Johnsons Zukunft als Großbritanniens* Premier ist mehr als ungewiss. Die aktuelle Situation auf „der Insel“ gleicht einer Ruhe vor dem Sturm. Die kommenden Stunden könnten bereits seine letzten im Amt sein, da bald der interne Bericht zu mutmaßlichen Corona-Partys von Johnson im Lockdown* veröffentlicht werden soll.

Wann und in welchem Umfang der Bericht an die Öffentlichkeit gelangen wird, ist unklar. Britischen Medienberichten zufolge sollen die Untersuchungen jedoch bereits abgeschlossen sein. Boris Johnson* hatte zugesagt, sich im Anschluss an die Veröffentlichung im Parlament rechtfertigen zu wollen. Nachdem er seit mehreren Wochen alle Fragen mit dem Argument abgewehrt hatte, er könne sich während einer laufenden Untersuchung nicht äußern, ist die Veröffentlichung so etwas wie die Stunde der Wahrheit für den Premier.

An Johnsons Schicksal hängt Zukunft der Tories

Doch an Johnsons Schicksal hängt nicht nur sein Amt als Premier: Vielmehr würde ein negatives Berichtergebnis wohl mit einem Misstrauensvotum gegen die konservative Fraktion einhergehen. Hintergrund sind die Missachtung der damals geltenden Kontaktbeschränkungen.

Boris Johnson
Boris Johnson bei einer Rede am Donnerstag (26.01.2022). © Hugo Philpott/Imago Images

Verbündete von Boris Johnson warnten für den Fall eines erfolgreichen Misstrauensvotums gegen den britischen Premier vor einer Neuwahl im Land. Die Botschaft von Kulturministerin Nadine Dorries am Donnerstag (26.01.2022) dürfte wohl vor allem an Abweichler aus den eigenen Reihen gerichtet sein: Sollte die mit Spannung erwartete interne Untersuchung von Spitzenbeamtin Sue Gray den Verdacht auf Lockdown-Verstöße bei Feiern im Regierungssitz 10 Downing Street bestätigen, wird mit einer Revolte in Johnsons Tory-Fraktion gerechnet.

Rund ein halbes Dutzend Tory-Abgeordnete haben bereits öffentlich den Rücktritt des Premiers gefordert. Von vielen anderen heißt es, sie wollten den Bericht abwarten. Sprechen mindestens 15 Prozent der konservativen Abgeordneten - das sind 54 Parlamentarier - ihm das Misstrauen aus, muss sich der Premier einer Abstimmung stellen. Wie viele geheime Briefe bislang bei Graham Brady, dem Vorsitzenden des zuständigen Komitees eingegangen sind, weiß außer diesem niemand. Laut britischen Medienberichten verbrachte Premier Johnson den Mittwoch (25.01.2022) bis in die Nacht hinein im Parlament, um Parteifreunde von sich zu überzeugen. (tu mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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