Projekte für 120 Millionen Euro

Hannover wird Zentrum der Elektromobilität

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Mit den Projekten sollen Innovationen rund um stromgetriebene Fahrzeuge vorangetrieben werden.

Hannover - Die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg steht vor einem großen Sprung bei der Elektromobilität. Nach Informationen der HAZ hat sich eine von der Bundesregierung eingesetzte Fachjury dafür ausgesprochen, den Großraum mit seinen vier Millionen Einwohnern zum „Nationalen Schaufenster Elektromobilität“ zu adeln.

Gemeinsam mit Berlin und Baden-Württemberg gelten die Niedersachsen damit nun im Rennen um Fördergelder von insgesamt 180 Millionen Euro als gesetzt.

In drei bis fünf Modellregionen soll Elektromobilität für die Bürger spürbar und sollen Innovationen rund um stromgetriebene Fahrzeuge schnell vorangetrieben werden. Die letzte Entscheidung obliegt nun der Bundesregierung. Es wird allerdings erwartet, dass Berlin den drei Vorschlägen der Fachjury lediglich noch zwei Projekte hinzufügt. Sowohl die Landesregierung als auch die Metropolregion betonten gestern, man wisse noch nichts Offizielles. „Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn unsere Bewerbung den Zuschlag bekommen sollte“, sagte Ministerpräsident David McAllister dieser Zeitung. „Ich bin auch sehr optimistisch.“

Mit 200 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung hatten sich die Niedersachsen in Berlin beworben. Rund 35 Einzelprojekte wurden aufgelegt. Noch ist allerdings nicht klar, ob auch alle Ideen umgesetzt werden. Einschließlich der Bundessubventionen kalkulieren die Organisatoren derzeit mit einem Projektvolumen von 120 Millionen Euro, das in die Metropolregion fließen soll. Das Land steuert rund zehn Millionen Euro dazu bei, der Löwenanteil dürfte allerdings von den Partnern aus der Wirtschaft kommen – allen voran Volkswagen.

Das E-Testgebiet erstreckt sich von Schaumburg bis Wolfsburg, von Soltau-Fallingbostel bis Göttingen. Bis zum Projektende sollen 85 Prozent der Bürger die Initiative kennen und mehr als 5000 Elektrofahrzeuge im privaten und gewerblichen Einsatz sein.

Hannover als Messe- und Landeshauptstadt kommt eine zentrale Funktion zu. Hier soll die E-Mobilität auch für internationale Gäste erlebbar werden. Dafür wird VW seine Teilauto-Tochter „Quicar“ auch mit Elektroautos ausstatten, die Stadt plant, Fahrräder mit elektrischem Hilfsantrieb zu vermieten. Die Anschaffung von Hybridbussen ist bereits in die Wege geleitet worden. Alle Fortbewegungsmöglichkeiten sollen für die Bürger mit einer Mobilitätskarte zugänglich sein. Hinzu kommt der Aufbau von E-Tanksäulen, diverse Forschungs- und Qualifizierungsprojekte – etwa von Continental und Leibniz Universität – oder Produktionserweiterungen wie beim Batteriehersteller Johnson Controls.

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