Atomgespräche

Iran sieht sich an keine mehr Frist gebunden

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Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif (r) spricht vom Palais Coburg Hotel mit Medienvertretern.

Wien - In den Atomverhandlungen mit den Weltmächten sieht sich die Führung in Teheran nach iranischen Angaben an keine Frist mehr gebunden. Das verlautete am Samstag aus offizieller iranischer Quelle am Verhandlungsort in Wien.

Die derzeitige Verhandlungsrunde sollte eigentlich bis zum 30. Juni zu einem endgültigen Abkommen führen, wurde aber wegen einer ausbleibenden Einigung bereits mehrfach verlängert.

Nach zweiwöchigen Dauerverhandlungen steuern die Atomgespräche mit dem Iran voraussichtlich auf ihren Höhepunkt zu. Bis spätestens Montag wird nun in Wien mit einer Entscheidung über Erfolg oder Scheitern gerechnet. Am Samstag wollten Außenminister der beteiligten Nationen erneut zusammentreffen. Unklar ist nach wie vor, ob letzte Hürden für eine Einigung überwunden werden können.

Die5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und der Iran wollen ein Abkommen aushandeln, damit dieIslamische Republik die Kernkraft zivil nutzen, aber keine Nuklearwaffe bauen kann. Im Gegenzug sollenSanktionen gegen den Iran schrittweise fallen.Als strittig galten nach wie vor einige politische Details des Abkommens, etwa wann manche Sanktionen enden sollen. Die Fristen für eine Einigung waren immer wieder verlängert worden.

„Ich glaube, wir haben einige der noch offenen Fragen gelöst, wir haben einige Fortschritte gemacht“, sagte US-Außenminister John Kerry. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte in Washington, US-Präsident Barack Obama habe die US-Delegation angewiesen, in Wien zu bleiben, solange die Verhandlungen sinnvoll seien. „Aber sollte es klar werden, dass der Iran nicht daran interessiert sein sollte, sich konstruktiv einzubringen, um die offenen Knackpunkte zu lösen, dann sollen sie nach Hause kommen.“

dpa

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