Griechenland-Krise

Irritationen wegen Schäubles Rücktritts-Szenario

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Berlin - Wirbel in Berlin am Sonnabend: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat mit Äußerungen zu einem möglichen Rücktritt wegen regierungsinterner Differenzen in der Griechenland-Krise Irritationen ausgelöst. Anlass ist ein Interview mit dem Magazin "Der Spiegel" gewesen.

"Es gehört zur Demokratie, dass man auch mal unterschiedliche Meinungen hat. Und dann ringt man gemeinsam um Lösungen", sagte Schäuble dem Magazin "Der Spiegel". "Politiker haben ihre Verantwortung aus ihren Ämtern. Zwingen kann sie niemand. Wenn das jemand versuchen würde, könnte ich zum Bundespräsidenten gehen und um meine Entlassung bitten." Einen Satz später schloss er ein solches Szenario für sich aber aus. Auf die Nachfrage, ob er über einen solchen Schritt nachdenke, entgegnete Schäuble: "Nein, wie kommen Sie darauf?"

CDU-Generalsekretär Peter Tauber trat Gedankenspielen dieser Art in einem Interview des "Tagesspiegels" (Sonntag) ebenfalls entgegen. Die Frage, warum Schäuble verklausuliert mit einem Rücktritt drohe, tat Tauber als "Spekulation" ab und betonte: "Wolfgang Schäuble und Angela Merkel sind vielleicht nicht immer einer Meinung, aber gehen immer einen gemeinsamen Weg." Der Finanzminister leiste einen wichtigen Beitrag für den Erfolg Deutschlands. "Und ich habe den Eindruck, dass er seine Aufgabe trotz aller Anstrengungen auch mit einer gewissen Freude ausübt", sagte Tauber. Zuletzt hatten sich in der Griechenland-Frage Differenzen zwischen Schäuble und Merkel offenbart. Der Finanzminister hatte einen zeitweisen Ausstieg des Landes aus der Euro-Zone vorgeschlagen und damit Debatten innerhalb der Bundesregierung ausgelöst.

dpa

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