Studie

Kinderarmut in Deutschland sinkt leicht

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Foto: Die Zahl der armen Kinder in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen.

Berlin - Die Zahl der armen Kinder in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Zur Entwarnung sieht der Paritätische Gesamtverband jedoch keinen Grund: Denn die Armutsquote sank im Bundesdurchschnitt nur leicht – am wenigsten in Berlin.

In der Hauptstadt lebte jedes dritte Kind bis 15 Jahren von Hartz IV. Die Armutsquote war damit mehr als doppelt so hoch als der Bundesdurchschnitt von 14,9 Prozent. Das geht aus einer Studie hervor, die der Verband am Mittwoch in Berlin vorstellte. Danach hat sich die Zahl der Kinder, die Hartz-IV-Leistungen erhielten, zwischen 2006 und 2011 um rund 280.000 oder fast 15 Prozent reduziert.

Da die Gesamtzahl aller Kinder zugleich um knapp sieben Prozent zurückging, blieb die Quote aufs Ganze gesehen relativ konstant: Bundesweit nahm sie zwischen 2006 und 2011 von 15,6 auf 14,9 Prozent ab, im Westen Deutschlands von 13,2 auf 12,9 Prozent. Im Osten dagegen war der Rückgang sehr viel ausgeprägter: Von 30,5 auf 24,1 Prozent. Die Quote der armen Kinder in Hartz-IV-Haushalten reduzierte sich seit 2006 dabei - mit minus 28,7 Prozent - am deutlichsten in Thüringen. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit einem Minus von jeweils rund 26 Prozent.

Am bescheidensten fiel der Rückgang mit 9,4 Prozent in Berlin aus. Besorgniserregend sei die Entwicklung im Ruhrgebiet. Bei steigender Tendenz liege dort die Kinder-Armutsquote (25,6 Prozent) höher als in Ostdeutschland. Für den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, geben die Zahlen keinen Anlass zur Entwarnung. Ein wirklich positiver Trend sei bundesweit nicht erkennbar. "Die gute Arbeitsmarktentwicklung kommt bei den Kindern in Hartz IV kaum an." Von einer wirksamen flächendeckenden Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland könne keine Rede sein.

dpa

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