Tarifverhandlungen gescheitert

In Kitas drohen jetzt Dauerstreiks

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Die Gewerkschaft sichert Eltern zu, frühzeitig über Schließungen zu informieren.

Berlin - Urlaub nehmen, Großeltern engagieren oder Nachbarn einspannen: Hunderttausende berufstätige Eltern müssen sich Anfang Mai wohl um Alternativen für die Kinderbetreuung kümmern. Denn die Kitas dürften nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen bestreikt werden – und das auf unbestimmte Zeit.

Nach fünf ergebnislosen Verhandlungsrunden droht in deutschen Kindertagesstätten ab Ende nächster Woche ein unbefristeter Streik der Erzieher. Die Gewerkschaft Verdi erklärte die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter am Montagabend für gescheitert. Die Gewerkschaft lässt ihre Mitglieder Anfang Mai in einer Urabstimmung über das weitere Vorgehen entscheiden. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es in zahlreichen Bundesländern immer wieder Warnstreiks und geschlossene Kitas gegeben. Hunderttausende berufstätige Eltern stehen damit vor der Herausforderung, eine Alternativbetreuung für ihre Kinder organisieren zu müssen.

Was meinen Sie? Die Tarifverhandlungen für Erzieher sind gescheitert, jetzt drohen in den Kitas unbefristete Streiks. Was sagen Sie dazu? Ich habe Verständnis, dass die Erzieher für bessere Bezahlung streiken. Die Warnstreiks waren okay, aber jetzt muss langsam Schluss sein. Mir ist es egal, ob die Erzieher streiken oder nicht. // set a new cookie with expiry ten minutes function setPollCookie() { expiry = new Date(); expiry.setTime(expiry.getTime()+(10*60*1000)); document.cookie = "LastURIPoll=;path=/;expires=" + expiry.toGMTString(); }

Der Verdi-Fachbereichsleiter Volker Euskirchen sicherte den Eltern zu, sie frühzeitig über Schließungen zu informieren. Der Gewerkschafter kündigte an: "Wenn mindestens drei Viertel der Mitglieder sich positiv zum Erzwingungsstreik äußern, müssen die Eltern ab Ende nächster Woche wieder mit geschlossenen Kitas rechnen". Da die Arbeitgeber sich nicht bewegt hätten, liege es nun an den Gewerkschaftsmitgliedern, sie wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen, um ein vernünftiges Angebot zu bekommen.

Die Gewerkschaften Verdi, GEWund dbb fordern eine höhere Eingruppierung der Beschäftigten. Das würde im Durchschnitt zu Einkommensverbesserungen von rund zehn Prozent führen. Die Arbeitgeber halten das für nicht bezahlbar. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände beläuft sich die Summe der Forderungen auf 1,2 Milliarden Euro. Die Gewerkschaft begründet ihren Anspruch mit den gestiegenen Anforderungen: In Kitas etwa gehörten Sprachtests, frühkindliche Bildung oder Arbeit mit den Eltern zum Alltag. Verhandelt wird unter anderem auch für Sozialarbeiter, Erzieherinnen an Gesamtschulen und Mitarbeiter in der offenen Jugendarbeit.

dpa

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