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Kritik an Macrons Empfang für saudischen Kronprinzen

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Emmanuel Macron
Der Präsident von Frankreich: Emmanuel Macron. © Ludovic Marin/AFP/AP/dpa

Erst kürzlich musste sich US-Präsident Biden Kritik für ein Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman anhören. Nun steht Frankreichs Präsident Macron im Kreuzfeuer der Kritik.

Paris - Vor einem Abendessen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Pariser Élyséepalast mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron gibt es Kritik am Gastgeber.

„Steht auf dem Menü des Abendessens zwischen Macron und MBS die zerstückelte Leiche des Journalisten Khashoggi?“, schrieb Grünen-Politiker Yannick Jadot bei Twitter. Statt „Klimachaos“ oder „Frieden und Menschenrechte“ stünden „Öl und Waffen“ auf der Agenda und damit „das genaue Gegenteil von dem, was gemacht werden muss“.

Macron will den faktischen Herrscher Saudi-Arabiens - auch bekannt unter seinem Kürzel „MBS“ - heute Abend zu einem Arbeitsessen empfangen. Die Themen des Treffens gab der französische Präsidialpalast zunächst nicht bekannt. Nach Ankündigung des saudischen Königshofs soll es um bilaterale Beziehungen und um Themen von gemeinsamem Interesse gehen.

Der Grünen-Politiker Jadot war in Frankreich auch bei der Präsidentschaftswahl angetreten. Kritik kam vor dem Treffen in Paris auch von anderen Politikerinnen und Politikern des linken Lagers sowie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Kronprinz Mohammed macht den Stopp in Paris im Rahmen seiner ersten EU-Reise seit Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi vor fast vier Jahren. Khashoggi, der eine Kolumne für die „Washington Post“ schrieb, war im Herbst 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Killerkommando auf brutale Weise getötet worden. US-Geheimdienste sehen den Kronprinzen in der direkten Verantwortung. Dieser hat bestritten, die Tötung angeordnet zu haben.

Der Kronprinz war bereits am Dienstag nach Griechenland gereist und hatte dort Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis getroffen. dpa

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