Nach Joachim Gauck

Lammert nennt Massaker an Armeniern „Völkermord“

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Berlin - Nach Bundespräsident Joachim Gauck hat auch Bundestagspräsident Norbert Lammert die Massaker an den Armeniern vor hundertJahren imErsten Weltkrieg als „Völkermord“ bezeichnet.

Zum Auftakt einer Debatte im Bundestag sagte der CDU-Politiker am Freitag: „Das, was mitten im Osmanischen Reich stattgefunden hat, (...) war ein Völkermord. Er ist nicht der letzte im 20. Jahrhundert geblieben.“ Zugleich bekannte er sich zur deutschen Mitverantwortung am damaligen Geschehen. Das Deutsche Kaiserreich war seinerzeit enger Verbündeter des Osmanischen Reichs.

Lammert fügte hinzu: „Umso größer ist die Verpflichtung, im Respekt vor den Opfern und in der Verantwortung für Ursache und Wirkung die damaligen Verbrechen weder zu verdrängen noch zu beschönigen. Wir Deutsche haben niemanden über den Umgang mit seiner Vergangenheit zu belehren. Aber wir können durch unsere eigenen Erfahrungen andere ermutigen, sich ihrer Geschichte zu stellen - auch wenn es schmerzt.“

Im Ersten Weltkrieg waren Armenier im Osmanischen Reich als vermeintliche Kollaborateure systematisch vertrieben und umgebracht worden. Nach Schätzungen kamen dabei zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs lehnt die Bezeichnung Völkermord vehement ab.

dpa

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