RTL-Sondersendung

Laschet kontert „Kandidat der Herzen“-Stichelei im TV - doch eine Frage trifft ihn unvorbereitet

Der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (l) verlassen eine Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus zur Kanzlerkandidatenfrage der Union.
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Der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (l) verlassen eine Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus zur Kanzlerkandidatenfrage der Union.

Armin Laschet ist der neue Kanzlerkandidat der Union. Am Dienstag stellte er sich wie die Kontrahenten Annalena Baerbock und Olaf Scholz einem RTL-Interview - Schrecksekunde inbegriffen.

  • Armin Laschet* ist neuer Kanzler-Kandidat der Union.
  • Am Dienstagabend stellte er sich auch im Privatsender RTL einem Interview.
  • Auch die Kanzlerkandidat:innen Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) äußerten sich.

Update vom 20. April, 20.33 Uhr: Erwartungen auf einen ersten Schlagabtausch der drei Kanzlerkandidaten wurden am Dienstagabend bei RTL enttäuscht - der Privatsender zeigte letztlich doch nur drei jeweils fünfminütige Einzelinterviews. Augenfällig dabei, dass SPD-Kandidat Olaf Scholz und Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock zu Inhalten sprechen durften: Scholz betonte einen „Plan“ der SPD für das Land bestehend aus drei eher vagen Themenfeldern. Baerbock unterstrich den Wunsch der Grünen nach Investitionen in das Gemeinwesen. Armin Laschet musste sich hingegen weiter zum Kanzlerstreit der Union äußern. Das Ringen mit Markus Söder zeigt indirekt weiter Folgen.

Für eine Schrecksekunde könnte bei Laschet der Verweis auf eine frisch veröffentlichte Forsa-Umfrage gesorgt haben, die einen deutlichen Einbruch der Union in der Sonntagsfrage verzeichnet. Der CDU-Chef erklärte, entsprechende Zahlen nicht zu kennen. Einen entspannten Konter hatte er hingegen auf den CSU-Spruch von Markus Blume, der Söder als als „Kandidaten der Herzen“ beschrieben hatte, parat. Der Druck der Schwesterpartei schien Laschet dennoch bewusst: „Wir müssen jetzt alles tun, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen“, bekräftigte der NRW-Ministerpräsident angesichts des Rückzugs Söders.

Kanzlerkandidaten-Interviews bei RTL: Scholz preist eigene Regierungs-Erfahrung - Baerbock will investieren

Update vom 20. April, 20.25 Uhr: Auch Olaf Scholz bekommt fünf Minuten Sendezeit. „Wir wollen deutlich über 20 Prozent landen und daraus den Regierungsführungsauftrag ableiten“, erklärt der SPD-Kanzlerkandidat auf schwache aktuelle Umfragewerte angesprochen. Inhaltlich wolle man sich etwa dafür einsetzen, dass Corona-Helden wie Pflegekräfte nicht nur beklatscht, sondern auch ordentlich entlohnt werden. Als weitere Schwerpunkte nennt er digitale Modernisierung und die Stärkung Europas.

Nach der Kür aller drei Kandidaten sei es nun an der Zeit vorauszublicken, sagt der amtierende Vizekanzler weiter. Die SPD habe einen „Plan“ für Deutschland, betont Scholz. „Unter denjenigen, die sich um das Kanzleramt bewerben, bin ich schon derjenige, der die meiste Erfahrung hat“, wirbt er für seine Person. Wie Baerbock vermeidet auch Scholz eine explizite Koalitionsaussage.

Update vom 20. April, 20.20 Uhr: Klar ist schon jetzt: RTL wird die drei Kanzlerkandidaten wohl nicht ins Gespräch miteinander bringen. Auf ein fünfminütiges aufgezeichnetes Interview mit Laschet folgt nun ein Gespräch mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock*. Sie spricht sich noch einmal für Investitionen in die Gesellschaft aus - etwa in Schulen, Kitas und die Anbindung des ländlichen Raums mit dem öffentlichen Nahverkehr. „Wir müssen in die Daseinsvorsorge, in das soziale Miteinander investieren“, betont sie. Nötig sei eine Investitionsklausel als Ergänzung zur Schuldenbremse.

Eine Koalitionsaussage will Baerbock auf Nachfrage nicht treffen. „Das letzte Wort haben dann die Wählerinnen und Wähler“, schließt sie das Interview. Die Grüne hatte sich schon am Montag im Privatfernsehen präsentiert - und dabei etwas abseitiger formulierte Fragen zu bewältigen.

Laschet lässt CSU-Stichelei bei RTL abperlen - eine Frage trifft ihn unvorbereitet

Update vom 20. April, 20.15 Uhr: Armin Laschet gibt sich am Abend seiner Kandidatenkür entspannt: „Ach, ich habe auch ein Herz“, entgegnet der Kanzlerkandidat der Union angesprochen auf eine Äußerung von CSU-Generalsekretär Markus Blume* - dieser hatte Markus Söder als „Kanzlerkandidat der Herzen bezeichnet“. Ob es ihn nicht wurme, dass er diesen Titel nicht innehabe: „Och, ich bin das auch“, meint Laschet. „Mir haben das Leute auch gesagt.“

Zusicherungen an die CSU habe es für den Rückzug Söders nicht gegeben. Söder habe bereits am Montag den Weg freigemacht, indem er dem CDU-Vorstand die Entscheidung überlassen habe. „Wir müssen jetzt alles tun, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen“, sagt Laschet. Von einer neuen Umfrage, in der die Grünen deutlich vor der Union liegen, will er noch nicht gehört haben.

Laschet, Baerbock und Scholz noch am Dienstag gemeinsam im TV: RTL zeigt Spontan-“Elefantenrunde“

Erstmeldung: Berlin - Armin Laschet ist der Kanzlerkandidat der Union und könnte im Kanzleramt auf Angela Merkel* folgen. Noch am Abend der Verkündung stellt sich Laschet seinen Konkurrenten Annalena Baerbock und Olaf Scholz in einem Mini-TV-Duell auf RTL. Der Sender startet sein Spezial-Format „RTL Aktuell Spezial: Kampf ums Kanzleramt - Die Kandidaten stellen sich“ am Dienstag um 20.15 Uhr live.

RTL-Elefanten-Runde: Laschet trifft im TV auf Baerbock und Scholz - Söder gibt nach

„Die Würfel sind gefallen“, mit diesen Worten bestätigte Markus Söder* am Dienstagmittag, dass er Armin Laschet den Vortritt bei der Kanzler-Kandidatur lässt. So ganz freiwillig tat der CSU-Chef das zwar nicht. Dennoch üben sich die beiden nun in Einträchtigkeit. Und für Armin Laschet geht der Kampf direkt weiter. Nach dem Kampf um den CDU-Vorsitz und dem Kampf um die Kanzlerkandidatur folgt nun der Kampf um die Kanzlerschaft an sich.

Dabei trifft Laschet (CDU*) auf Annalena Baerbock von den Grünen*, die am Montag als Kanzler-Kandidatin bestätigt wurde, und Olaf Scholz von der SPD*. Er stand als Kandidat schon seit Monaten fest.

Nach der Verkündung am Dienstag hat Laschet also mit dem Termin bei RTL direkt den ersten TV-Termin als Kanzler-Kandidat mit seinen Kontrahenten.

Maik Meuser wird die Sendung ab 20.15 Uhr moderieren. Darin soll es nach RTL-Angaben darum gehen, wie sich die Kandidaten gegenseitig finden, wer mit wem kann und welche Koalition sie sich wünschen würden. Zudem werden auch Menschen im Land befragt, welches nach ihrer Meinung die wichtigsten Fragen für Deutschland sind und welche Erwartungen sie nun an die drei Kandidaten haben. (rjs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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