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Brandanschlag auf Büro von Grünen-Ministerin Paus: NSU-Schmierereien entdeckt - „Schock sitzt tief“

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Von: Andreas Schmid

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Opfer eines Brandanschlags: Das Wahlkreisbüro von Lisa Paus und gleichzeitig die Geschäftsstelle von der Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf.
Opfer eines Brandanschlags: Das Wahlkreisbüro von Lisa Paus und gleichzeitig die Geschäftsstelle von der Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf. © Grüne Charlottenburg-Wilmersdorf/Bernd von Jutrczenka/picture alliance (Montage)

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag stand das Büro von Familienministerin Paus in Flammen. Zudem wurden NSU-Schmierereien entdeckt.

Berlin - Der Staatsschutz ermittelt aufgrund eines Brandanschlags auf das Abgeordnetenbüro von Familienministerin Lisa Paus. Er ist für politisch motivierte Taten zuständig.

Gegen 0.30 Uhr bemerkte ein Mitarbeiter der Grünen-Politikerin eine brennende Holzbank vor dem Gebäude. Die Flammen hatten bereits die hölzernen Fensterrahmen des Schaufensters angegriffen, heißt es im Polizeibericht. In der Nähe des Büros seien zudem „Farbschmierereien“ bemerkt worden. Es gab keine Verletzten.

Brandstiftung und NSU-Gekritzel bei Paus-Büro: „Der Schock sitzt tief“

Paus machte die Brandstiftung am Mittwoch (17. August) öffentlich. „Der Schock sitzt tief, aber wir lassen uns nicht einschüchtern“, schrieb die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf Twitter. In einer gemeinsamen Presseerklärung mit den Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf schreibt Paus von einem „erheblichem Sachschaden in noch unbekannter Höhe“.

Die Polizei Berlin ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung und der Sachbeschädigung. Zur Schmiererei hieß es von den Behörden, dass auf eine Baustellenabsicherung an dem Haus das Kürzel NSU geschrieben worden sei. Die Polizei ermittelt, ob die Farbschmiererei neu ist, mit dem Brandanschlag zusammenhängt und der Täter aus dem rechtsextremen Spektrum stammt. NSU ist die Abkürzung für die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, die acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine deutsche Polizistin ermordeten.

Brandanschlag auf Familienministerin Paus: „Anschlag auf demokratisches System“

Man lasse sich nicht einschüchtern, heißt es in der Mitteilung der Grünen-Politikerin. „Die Tat geht über Parteigrenzen hinaus und ist als Anschlag auf unser demokratisches System zu verurteilen.“ Die frühere Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schrieb auf Twitter: „Das ist furchtbar, liebe Lisa! Gott sei Dank, ist niemandem etwas passiert.“

Paus ist seit April Bundesfamilienministerin. Die zuvor weitgegend unbekannte Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen folgte auf Parteikollegin Anne Spiegel, die aufgrund von Verfehlungen in der Flutkatastrophe zurückgetreten war. (as)

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