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Japanischer Ex-Premier Shinzo Abe stirbt nach Attentat: Neue Details zu mutmaßlichem Täter

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Von: Katja Thorwarth

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Der frühere Ministerpräsidenten Shinzo Abe stirbt nach einem Attentat. Der mutmaßliche Täter plante wohl einen Bombenanschlag.

Update vom Sonntag, 10. Juli, 07.35 Uhr: Der Attentäter des japanischen Ex-Regierungschefs Shinzo Abe hatte laut einem Medienbericht zunächst einen Bombenanschlag geplant. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete, habe der 41-jährige frühere Marinesoldat versucht, eine Bombe zu bauen. Er sagte nach seiner Verhaftung laut Medienberichten, er habe aus Hass auf eine religiöse Gruppierung gehandelt, die Abe unterstützt habe.

Seine Mutter habe der religiösen Organisation hohe Summen gespendet, was sie ruiniert habe. Den Namen der Gruppe wollen weder Polizei noch Japans staatstragende Medien bisher nennen. Das Online-Magazin Gendai Business will jedoch nun aus Ermittlungskreisen erfahren haben, dass es sich um die umstrittene Vereinigungskirche des verstorbenen koreanischen Sektengründers San Myung Mun handele.

Japanischer Ex-Premier Shinzo Abe stirbt nach Attentat: Neue Details zu mutmaßlichem Täter

Update vom Samstag, 09. Juli, 08.30 Uhr: Der Attentäter des früheren japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe soll ursprünglich den Anführer einer religiösen Gruppe zum Ziel gehabt haben. Das habe der am Vortag festgenommene 41-jährige Japaner beim Verhör ausgesagt, erfuhr die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag aus Ermittlerkreisen. Der Mann hatte am Vortag Abe während einer Wahlkampfrede in der Stadt Nara auf offener Straße aus drei Meter Entfernung von hinten mit einer selbstgebauten Waffe erschossen. Er sei „unzufrieden“ mit Abe und habe ihn „töten“ wollen, wurde er zitiert. Er hege einen Groll auf eine Organisation, die nach seiner Meinung Verbindungen zu Abe hatte. Gemeint sei eine nicht genannte religiöse Gruppe, hieß es.

Japanischer Ex-Regierungschef Shinzo Abe stirbt: Scholz „fassungslos“, Baerbock „schockiert“

+++ 14.30 Uhr: Mit Entsetzen und Trauer haben Politikerinnen und Politiker weltweit auf den gewaltsamen Tod des früheren japanischen Regierungschefs Shinzo Abe am Freitag reagiert. Auch in Deutschland gab es Reaktionen aus der Politik. „Das tödliche Attentat auf Shinzo Abe macht mich fassungslos und tief traurig. [...] Wir stehen auch in diesen schweren Stunden eng an der Seite Japans“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. „Ich bin schockiert über die Nachricht, dass auf Shinzo Abe geschossen wurde. Meine Gedanken sind bei ihm und seiner Familie“, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock.

Shinzo Abe tot
Der japanische Ex-Regierungschef Shinzo Abe ist tot. © Annegret Hilse / Sven Simon / Imago Images

+++ 11.00 Uhr: Der frühere japanische Regierungschef Shinzo Abe ist auf offener Straße erschossen worden. Der 67 Jahre alte Politiker habe den Mordanschlag in der Stadt Nara am Freitag nicht überlebt, berichteten japanische Medien am Freitag übereinstimmend.

+++ 07.50 Uhr: Der Anschlag auf Japans früheren Ministerpräsidenten Shinzo Abe soll einem Medienbericht zufolge von einem Ex-Mitglied der Selbstverteidigungsstreitkräfte des Landes verübt worden sein. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Freitag unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium. Der 41-Jährige soll mit einer selbstgebastelten Schusswaffe von hinten zwei Schüsse auf Abe abgefeuert haben, als dieser in der Stadt Nara gerade eine Wahlkampfrede hielt.

Der 67-Jährige sei im Brustbereich getroffen worden, hieß es. Auf Videoaufnahmen von Reportern sind zwei Schüsse deutlich zu hören. Der am Tatort festgenommene Japaner habe bis 2005 drei Jahre lang der Marine des Landes angehört, berichtete NHK weiter. Abe soll laut Medien einen Herz-Lungen-Stillstand erlitten haben.

Shinzo Abe bei Attentat lebensgefährlich verletzt

Erstmeldung: Tokio -  Die japanische Regierung hat bestätigt, dass der frühere Ministerpräsident Shinzo Abe Opfer eines Schusswaffenangriffs geworden ist. „Auf den früheren Regierungschef Abe wurde gegen 11.30 Uhr in Nara geschossen“, sagte Regierungssprecher Hirokazu Matsuno am Freitag (8. Juli) vor Journalisten. Demnach sei Abe Medienberichten zufolge lebensgefährlich verletzt worden.

Bei einer Rede sei der konservative Politiker im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in der Region Nara von hinten von einem Mann niedergeschossen worden, heißt es vonseiten japanischer Medien am Freitag. Die Nachrichtenagentur Jiji berichtet unter Berufung auf Kreise von Abes liberaldemokratischer Partei LDP, der Politiker sei daraufhin zusammengebrochen und habe am Hals geblutet.

Japan: Attentat auf Ex-Regierungschef Abe

Der 67-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, soll aber keine Vitalfunktionen mehr zeigen: Die Nachrichtenagentur Kyodo und der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichteten, Abe habe anscheinend einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Ein Mann wurde laut NHK wegen versuchten Mordes festgenommen. Demnach wurde eine Schusswaffe gefunden.

„Ein Mann, der mutmaßliche Schütze, wurde festgenommen. Der Zustand des früheren Regierungschefs Abe ist derzeit unbekannt“, sagte Regierungssprecher Hirokazu Matsuno vor Journalisten.

Japanische Regierung nach Attentat im Krisenmodus

„Er hat eine Rede gehalten und ein Mann ist von hinten gekommen“ sagte eine Frau vor Ort zu NHK. Der Angreifer habe mindestens zwei Schüsse abgegeben. „Nach dem zweiten Schuss haben Leute ihn (Abe) umringt und ihm eine Herzdruckmassage gegeben.“

Abe war zunächst von 2006 bis 2007 und dann von 2012 bis 2020 Regierungschef Japans. Er ist damit der Ministerpräsident in Japan, der am längsten regierte. Am Sonntag finden in dem Land Wahlen zum Oberhaus des Parlaments statt. Japans Regierung ist nach dem Mordanschlag auf den früheren Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Krisenmodus. (ktho mit dpa/AFP)

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