UN-Sicherheitsrat

Moskau beantragt humanitäre Feuerpause im Jemen

+
Foto: Ausnahmezustand im Jemen. Moskau fordert Feuerpause zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen.

New York - Russland hat im UN-Sicherheitsrat eine Unterbrechung der von Saudi-Arabien geführten Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen im Jemengefordert. Der eingebrachte Resolutionsentwurf soll ermöglichen, Ausländer aus dem Jemenin Sicherheit zu bringen und bedürftigen Menschen Hilfe zukommen zu lassen.

Auch das Rote Kreuz forderte, durch eine 24-stündige humanitäre Feuerpause medizinische Hilfe für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Moskau hatte am Freitagabend eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats zur Krise im Jemenbeantragt, wo Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten seit mehr als einer Woche Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen fliegen. Am Samstag beriet das Gremium hinter verschlossenen Türen über den russischen Entwurf. Jordaniens UN-Botschafterin Dina Kawar, die in diesem Monat den Sicherheitsrat leitet, sagte nach der Sitzung in New York, die Mitglieder bräuchten noch Zeit, um den russischen Vorschlag zu "überdenken".

Der britische UN-Vizebotschafter Peter Wilson sagte, sein Land unterstütze trotz der hohen Zahl ziviler Opfer weiter die Militärintervention. Diese erfolge als "Antwort auf eine legitime Anfrage" des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz erteilte den Forderungen nach einer humanitären Feuerpause zunächst eine Absage. Erst einmal müssten die Bedingungen für Hilfslieferungen geschaffen werden, sagte der saudiarabische Brigadegeneral Ahmed Assiri. "Die humanitäre Operation ist Teil unserer Arbeit und unserer Verantwortung", fügte er hinzu. Hilfsgüter dürften aber nicht in die falschen Hände geraten, etwa in die der Huthi-Rebellen. "Wir wollen nicht die Milizen versorgen", sagte Assiri. Assiri reagierte auf eine Forderung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), durch eine humanitäre Waffenpause medizinische Hilfe für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen.

Das IKRK appellierte an die Konfliktparteien, die Kampfhandlungen für mindestens 24 Stunden einzustellen. In dieser Zeit sollten dringend benötigte Medikamente und andere Hilfsgüter in den Jemengebracht werden. Die UNO hatte sich zuletzt besorgt über die steigende Zahl getöteter Zivilisten im Jemengezeigt. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hatte am Donnerstag erklärt, binnen zwei Wochen habe es 519 Todesopfer sowie rund 1700 Verletzte gegeben, viele davon bei den Luftangriffen. Saudi-Arabien hatte die Luftangriffe am 26. März gestartet, weil die Huthi-Rebellen auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten. Präsident Hadi war im Februar dorthin geflohen, nachdem die Rebellen die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Nach dem Angriff auf Aden floh Hadi weiter nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe.

Am Samstag bombardierte die Militärallianz mutmaßliche Stellungen der Rebellen um Sanaa und im Norden von Aden sowie den Luftwaffenstützpunkt Al-Anad im südlich gelegenen Lahdsch. Algerien brachte unterdessen 160 seiner im Jemenlebenden Bürger außer Landes. An Bord der Maschine seien zudem Tunesier, Mauretanier, Libyer, Marokkaner und Palästinenser gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur APS. Nach Angaben von General Assiri brachten zuletzt auch Russland, Indien, Indonesien und Pakistan ihre Staatsbürger in Sicherheit gebracht. Für Sonntag planten demnach China, Dschibuti, Ägypten und der Sudan weitere Evakuierungen.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare