Nach Erdbeben in Nepal

Nina aus Lehrte offenbar unter den Todesopfern

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Die Zahl der Opfer nach dem Erdbeben in Nepal steigt weiter. Unterdessen versorgen Hilfsorganisationen die Überlebenden.

Kathmandu - Bei dem Erdbeben in Nepal ist offenbar auch die 20-jährige Nina S. aus Lehrte ums Leben gekommen. Nepalesische Behörden veröffentlichten den Namen der bislang vermissten jungen Frau am Mittwochmorgen in einer Liste mit Todesopfern. Nach einer Freundin von Nina S. wird noch gesucht.

Schon Anfang dieser Woche gab es in Lehrte erste Gerüchte darüber, dass Nina S. das Erdbeben in Nepal nicht überlebt hat. Unter anderem kursierten derartige Nachrichten im Lehrter Gymnasium, an dem Geschwister von S. sowie der Lehrterin Leonie E. zur Schule gehen. Schulleiterin Silke Brandes äußerte sich am Mittwoch zurückhaltend. Bis die Information aus der Liste der nepalesischen Polizei nicht durch deutsche Behörden bestätigt sei, werde das Gymnasium „nichts in Bewegung setzen“.Die Gedanken gälten vor allem den Familien der beiden 20-Jährigen.

Sowohl Nina S. als auch Leonie E. hatten am Lehrter Gymnasium ihr Abitur absolviert – vor zwei beziehungsweise vor einem Jahr. Unter den Schülern war das Schicksal der beiden Freundinnen am Mittwoch durchaus ein Gesprächsthema. Aber auch bei den Jugendlichen herrschte außer Betroffenheit vor allem große Zurückhaltung. „Es ist so eine furchtbare Sache“, sagte eine Jugendliche am Mittwoch – und wandte sich ab.Auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk äußerte sich zurückhaltend zu der Information der nepalesischen Polizei. Er habe großen Respekt vor der Trauer der Familien. Es gelte aber nach wie vor, „mit den Angehörigen zu hoffen“.

In Steinwedel, dem Wohnort der Familie von Nina S., sprach sich die Nachricht schnell herum. „Es ist einfach schrecklich. Man mag kaum drüber nachdenken“, sagte eine Verkäuferin im Bäckerladen an der Dorfstraße. Damit traf sie vermutlich den Gemütszustand der allermeisten Lehrter.

Nina S. und Leonie E. waren seit dem 4. April in der Himalaya-Region unterwegs. Kurz vor dem schweren Beben am 25. April hatten sie angekündigt, in das bei Wanderern besonders beliebte Langtang-Tal aufzubrechen. Dort hatten die Erdstöße besonders große Zerstörungen angerichtet. Es soll dort eine große Anzahl von Toten gegeben haben, darunter auch viele Touristen.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Mittwoch weiterhin offiziell nur den Tod eines einzigen Deutschen. Es seien jedoch bereits weitere Leichname geborgen worden, welche jetzt von Experten identifiziert werden, heißt es in einem offiziellen Schreiben. Man müsse davon ausgehen, dass sich weitere Staatsangehörige unter den Opfern befinden.

Achim Gückel

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