34 Jahre nach Anschlag

Oktoberfest-Attentat wird neu aufgerollt

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Foto: Bei der Explosion am Abend des 26. September 1980 waren 13 Menschen getötet und 215 verletzt worden.

München - Eines der schwersten rechtsterroristischen Attentate in der Geschichte der Bundesrepublik wird neu aufgerollt: 34 Jahre nach dem Oktoberfest-Anschlag hat die Bundesanwaltschaft nach dem Auftauchen einer zuvor unbekannten Zeugin neue Ermittlungen beauftragt.

Rund 34 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat mit 13 Todesopfern wird der Fall neu aufgerollt. „Ich habe angeordnet, dass die Ermittlungen förmlich wieder aufgenommen werden", sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe.Ausgelöst wurden diese durch eine bisher unbekannte Zeugin, die auf mögliche Mitwisser hindeuten könnte. Die Ermittlungen werden sich Range zufolge aber nicht auf diese Frau allein beschränken. „Wir werden allen Ansatzpunkten erneut und umfassend nachgehen." Er sprach vom „schwersten rechtsextremistischen Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland".

Bei dem Anschlag am 26. September 1980 waren 13 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden, 68 davon schwer.Unter den Toten war auch der Attentäter, der 21-jährige Gundolf Köhler, Anhänger der rechtsextremen „Wehrsportgruppe Hoffmann". Er wurde zeitweise als Einzeltäter angesehen. Range betonte jetzt jedoch: "Eine Einzeltäter-Theorie haben wir niemals verfolgt." Von Anfang an sei nach möglichen Mittätern oder Verschwörern gesucht worden.

Am Abend des 26. September 1980 war am Wies'n-Haupteingang zum Oktoberfestgelände eine Bombe explodiert.

Quelle: Feuerwehr/dpa

Die Bundesanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen im November 1982 eingestellt. Wiederholt habe die Bundesanwaltschaft die Wiederaufnahme der Ermittlungen geprüft, unter anderem auch nach Auswertung von Stasi-Unterlagen. Jetzt „stehen wir vor einer neuen Situation", sagte Range. Die Aussage der Zeugin sei „werthaltig".

Zum Inhalt äußerte er sich nicht. Das Bayerische Landeskriminalamt wurde mit den kriminalpolizeilichen Ermittlungen beauftragt. Die Grünen im Bundestag hatten schon vor kurzem gefordert, alle Akten auf den Tisch zu legen. Sie wollen etwa wissen, ob ein früherer Waffensammler, der möglicherweise ein Hintermann sein könnte, als V-Mann einer Sicherheitsbehörde diente.

Der Opferanwalt Werner Dietrich hatte zum Jahrestag des Attentats am 26. September erneut einen Wiederaufnahmeantrag in Karlsruhe eingereicht, sein vierter nach 1983, 1984 und 2008. Darin führte er eine neue Zeugin an. Die Frau soll am Tag nach dem Anschlag nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung" Flugblätter mit einem Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name öffentlich bekannt war.

rtr/dpa

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