Jemen-Konflikt

Saudi-Arabien evakuiert Diplomaten aus Aden

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Foto: In mehreren Vierteln Adens lieferten sich Rebellengruppen Gefechte mit Mitgliedern der präsidententreuen Volkskomitees.

Aden - Saudi-Arabien hat dutzende Diplomaten aus der südjemenitischen Hafenstadt Aden in Sicherheit gebracht. Wie der staatliche saudiarabische Fernsehsender El-Echbarija am Sonnabend berichtete, waren darunter Diplomaten aus Saudi-Arabien und anderen Ländern.

Sie seien auf zwei Marineschiffen nach Dschiddah im Westen von Saudi-Arabien gebracht worden. In Aden war die Lage zunehmend angespannt und chaotisch, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In mehreren Vierteln der zweitgrößten Stadt des Jemen lieferten sich Rebellengruppen Gefechte mit Mitgliedern der präsidententreuen Volkskomitees. Am Freitag wurden bei Kämpfen am Flughafen von Aden mindestens acht Menschen getötet. Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten hatten am Donnerstag Luftangriffe auf die schiitische Huthi-Miliz und deren Verbündete gestartet.

Die Huthi-Rebellen hatten im September die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und waren in den vergangenen Wochen weiter nach Süden vorgerückt. Riad unterstützt den jemenitischen Präsidenten Abd Rabo Mansur Hadi und wirft dem Iran sowie Jemens Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh vor, die Huthi-Rebellen zu unterstützen. In der Nacht zum Samstag setzte die Militärkoalition ihre Angriffe in Sanaa fort. Die dritte Nacht in Folge erschütterten Explosionen die Hauptstadt, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Angriffe dauerten die ganze Nacht über an und waren gegen 04.00 Uhr beendet. Laut Augenzeugen waren es die schwersten Bombardierungen seit Beginn der Luftangriffe. "Das war eine Nacht mit intensiven Bombardierungen", sagte eine Ausländerin, die für eine humanitäre Organisation Sanaa arbeitet. "Die Menschen wollen fliehen, aber es gibt keine Flugzeuge, um den Jemen zu verlassen."

afp

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