Nach Griechenland-Referendum

Schuldenschnitt ist für Berlin "kein Thema"

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Berlin/Brüssel - Wie geht es nach dem Referendum in Griechenland weiter? Der vom Land geforderte Schuldenschnitt ist für die Bundesregierung "kein Thema". Die Finanzminister der Eurogruppe erwarten derweil "neue Vorschläge von den griechischen Behörden".

Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte am Montag in Berlin, dies sei auch nicht Gegenstand der zuletzt abgebrochenen Verhandlungen über das zweite Hilfspaket gewesen. Zwar sei es zutreffend, dass "wir uns mit der Schuldentragfähigkeit beschäftigen müssen", sollte Griechenland einen Antrag auf Hilfen aus dem dauerhaften Rettungsfonds ESM stellen. Daraus sei aber nicht abzuleiten, "dass die Verhandlungen in eine bestimmte Richtung gehen müssten."

Der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fügte hinzu, die Lage jetzt sei nicht vergleichbar mit dem Umfeld, in dem vor gut drei Jahren ein Schuldenschnitt zu Gunsten Griechenlands gemacht worden sei. "Ich sehe keinen Anknüpfungspunkt", sagte der Sprecher.

Im März 2012 waren Griechenland 53,5 Prozent der Schulden vor allem bei privaten Gläubigern wie Banken erlassen worden. Dies entsprach einer Verringerung um etwa 107 Milliarden Euro. Seitdem hat Athen Schulden vor allem gegenüber öffentlichen Geldgebern wie Staaten und internationalen Organisationen.

Finanzminister treffen sich Dienstag

Die Euro-Finanzminister kommen am Dienstag (13 Uhr) zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über die Schuldenkrise in Griechenland nach dem Referendum zu diskutieren. Die Ressortchefs bereiten damit den Gipfel ihrer Staats- und Regierungschefs am Dienstagabend vor. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte per Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass die Eurogruppe neue Sparvorschläge aus Brüssel erwartet.

dpa/afp

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