Vor Griechenland-Reise

Schulz hat "keinen Bock" auf Debatten

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Foto: Klare Worte: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz

Athen - Als erster ranghoher EU-Politiker wird Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments, heute in Athen mit dem neuen griechischen Regierungschef Tsipras zusammentreffen. Im Vorfeld kündigte Schulz klare Worte an. Er habe "keinen Bock ideologische Debatten zu führen", sagt er im ZDF.

Bei einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras will sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Klarheit über die finanzpolitischen Pläne der neuen Regierung in Athen verschaffen. "Ich werde sicherlich Tacheles mit ihm reden", sagte Schulz der Zeitung "Bild" vor dem am Donnerstag in Athen geplanten Treffen.

Im ZDF-"heute-journal" wurde Schulz am Mittwochabend noch deutlicher: Er habe "mit Entsetzen" gesehen, dass Griechenland diegemeinsame Position der EU gegenüber Russlandaufgegeben habe, sagte Schulz. Die griechische Regierung sei nicht gewählt worden, um Sanktionen gegen Russland zu boykottieren, das Land habe ganz andere Sorgen. "Ich habe keinen Bock ideologische Debatten zu führen mit einer Regierung, die gerade mal zwei Tage im Amt ist", sagte Schulz in dem Interview.

Hintergrund ist die Ankündigung von Tsipras, eine von seinen 27 EU-Kollegen gemeinsam vorbereitete Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise nicht mitzutragen. Dass Tsipras' Linkspartei Syriza eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei Anel eingegangen sei, sei "nicht gut für das Land", sagte Schulz weiter.

dpa/afp/zys

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