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Ein Spitzenkoch zeigt Donald Trump die Stirn

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José Andrés ist in den USA ein Star. Der Schüler des berühmten Gastronoms Ferran Adrià, heute 46 Jahre alt, ging 1991 in die Vereinigten Staaten und machte mit seinem Washingtoner Restaurant Jaleo die spanische Tapaskultur jenseits des Atlantiks bekannt.

Washington - Was denn wohl in diesen Menschen gefahren sei, fragte sich Donald Trump, der amerikanische Millionär und Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Der Mann, über den er sprach, war der spanische Spitzenkoch José Andrés.

Und Andrés hatte sich zuvor heftig über Trumps Auftreten beschwert, zwischen beiden herrscht ein heftiger Streit. Ein Vorgang, der Amerika jetzt in Wallung bringt.

Dabei sind Trumps teilweise cholerische Wutausbrüche tatsächlich bekannt. Seine Meinungen über die Immigration sind zuweilen drastisch und seine Freimütigkeit, mit der er diese Meinungen aller Welt mitteilt, machen ihn zu einer begehrten Figur in den Medien. Also, meint Trump, solle der Spitzenkoch bitte nicht den Beleidigten spielen. Und erst recht dürfe er nicht einseitig Verträge brechen, so wie Andrés das gerade getan habe. Trump fordert von ihm jetzt 10 Millionen US-Dollar.

José Andrés ist in den USA ein Star. Der Schüler des berühmten Gastronoms Ferran Adrià, heute 46 Jahre alt, ging 1991 in die Vereinigten Staaten und machte mit seinem Washingtoner Restaurant Jaleo die spanische Tapaskultur jenseits des Atlantiks bekannt. Vor knapp zwei Jahren nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Einer seiner Gäste, Barack Obama, nannte ihn „das Beispiel Nummer 1“ für erfolgreiche Integration, „wenn wir den Immigranten die Chance geben, in diesem Land Wurzeln zu schlagen“.

Andrés betreibt 18 Restaurants in den USA

Andrés, der zurzeit 18 Restaurants in den USA betreibt, nennt sich selbst einen „stolzen spanischen Immigranten“. Mehr als die Hälfte seiner Beschäftigten „und viele meiner Gäste“ seien hispanischen Ursprungs. Deswegen hat er sich so sehr über Donald Trump geärgert, den Unternehmer, der gerne Präsidenschaftskandidat werden würde und es besser als seine Konkurrenten versteht, Schlagzeilen zu machen.

Als er seine Bewerbung bekanntgab, holte er gegen das Nachbarland Mexiko aus: „Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute.“

Der Satz hat ihm viele Feinde gemacht. José Andrés sollte eigentlich in einem Hotel, das Trump ab kommendem Jahr in Washington betreiben will, die Küche bewirtschaften, kündigte den Vertrag aber Anfang Juli auf, vor allem, weil sich Trump für seinen antimexikanischen Ausfall nicht entschuldigen mochte. Trump hat jetzt mit einer Schadenersatzklage gegen Andrés geantwortet. Seine Argumentation klingt eigenartig, ein Feingeist ist er noch nie gewesen. „Ich werde eine große, große Mauer an unserer Südgrenze bauen, und ich werde Mexiko dafür bezahlen lassen“, sagt Trump, „merkt euch meine Worte“.

Je mehr Prominente gegen dieses ungehobelte Auftreten protestieren, desto schlechter dürften Trumps Chancen bei den US-Republikanern werden.

Von Martin Dahms

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