Staatsakt für Ex-Außenminsiter Genscher am 17. April in Bonn

Der verstorbene Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher - ein Foto aus dem Jahr 2014.
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Der verstorbene Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher - ein Foto aus dem Jahr 2014.

Berlin - Ex-Außenminister Genscher bekommt einen Staatsakt - in Bonn, wo er zuhause war. Am 17. April kommt dazu viel politische Prominenz in den ehemaligen Plenarsaal des Bundestags.

Der verstorbene frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher wird am 17. April in Bonn mit einem Staatsakt geehrt. Dies teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin mit. Die Trauerveranstaltung findet im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags statt, dem heutigen World Conference Centre (WCC). Der langjährige FDP-Vorsitzende war am Donnerstagabend im Alter von 89 Jahren gestorben.

Genscher war Außenminister und Vizekanzler von 1974 bis 1992. In Bonn hatte er seine politische Karriere verbracht. Bis zuletzt wohnte er auch dort in der Nähe. Der Staatsakt war am Montag von Bundespräsident Joachim Gauck offiziell angeordnet worden. Damit sollen Genschers herausragende Verdienste um die Bundesrepublik gewürdigt werden.

Hans-Dietrich Genscher (†89): Stationen seines Lebens

21. März 1927: Hans-Dietrich Genscher wird in Reideburg/Saalkreis geboren. Nach Kriegsdienst und Ergänzungsabitur nimmt Genscher 1949 sein Jura-Studium auf.
1952: Eintritt in die FDP.
1969: Nach der Bundestagswahl ist Genscher maßgeblich an der Bildung einer sozialliberalen Koalition beteiligt und wird im Oktober als Innenminister in das Kabinett von Willy Brandt (SPD) berufen.
1972: Bei der Geiselnahme jüdischer Sportler während der Olympischen Spiele in München bietet sich Genscher als Austauschgeisel an, das wird aber von den palästinensischen Terroristen abgelehnt. Den tödlichen Ausgang des Dramas sieht Genscher als persönliche Niederlage und bietet seinen Rücktritt an.
Hans-Dietrich Genscher (†89): Stationen seines Lebens

Zuletzt hatte es Staatsakte im November 2015 für den früheren Kanzler Helmut Schmidt (SPD) und im Februar 2015 für Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker gegeben. Allerdings ist es bereits mehr als anderthalb Jahrzehnte her, dass ein ehemaliger Minister nach seinem Tod so geehrt wurde: der langjährige Wirtschaftsminister Josef Ertl (ebenfalls FDP) im Jahr 2000.

Beerdigung unabhängig vom Staatsakt

Genschers Beerdigung soll nach Angaben seines Bonner Büros unabhängig vom Staatsakt stattfinden. Ort und Termin dafür wurden nicht genannt. Voraussichtlich werde dies die Familie auch gar nicht vorab mitteilen, hieß es. Der frühere Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der zwei Wochen zuvor mit erst 54 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben war, liegt seit dem Wochenende auf dem Melaten-Friedhof in Köln begraben.

dpa

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