Marx und Woelki

Streit um Kommunion: Vatikan bestellt für Donnerstag deutsche Bischöfe ein

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Reinhard Marx und Rainer Maria Woelki bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Am Donnerstag wird ein deutscher Kirchenstreit bis in den Vatikan getragen: Der Heilige Stuhl hat eine Delegation um die Kardinäle Marx und Woelki einbestellt.

Rom - Eine Delegation der katholischen deutschen Bischofskonferenz wird in dieser Woche mit Vertretern des Vatikans über den Streit um die Kommunion für evangelische Christen sprechen. Der Vatikan habe die Gruppe um Kardinal Reinhard Marx für Donnerstag einbestellt, teilte der Heilige Stuhl am Montag mit. Neben dem Erzbischof von München wird auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki der Delegation angehören. Beide vertreten in der Frage der Öffnung der Kommunion gegensätzliche Positionen.

Die deutsche Bischofskonferenz hatte im Februar mit deutlicher Mehrheit eine Handreichung verabschiedet, laut der bei Ehepartnern verschiedener Konfession künftig in Einzelfällen auch der protestantische Partner die Kommunion empfangen darf. Sieben Bischöfe, darunter Woelki, lehnten den Beschluss ab und wandten sich an den Papst. Die Delegation wird nach Angaben des Vatikans mit mehreren Vertretern der römischen Kurie sprechen.

Die Kritiker der Handreichung hatten erklärt, sie wollten unter anderem Antwort darauf, wie weit die Kompetenzen einer Bischofskonferenz reichten in Angelegenheiten, die die ganze Kirche angehen. Weltweit gibt es etwa 20 Handreichungen von Bischöfen oder Bischofskonferenzen zum Kommunionsempfang für nicht-katholische Ehepartner. In den vergangenen 20 Jahren wurden diese Regelungen vom Vatikan gebilligt. Unklar ist, ob die deutsche Regelung weitgehender ist als die Regelungen anderer Länder.

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Vorsitzenden des Lutherischen Weltbundes anlässlich des Beginns der Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation hatte Papst Franziskus am Reformationstag 2016 anerkannt, dass viele Katholiken und Protestanten sich wünschten, gemeinsam an der Kommunion teilzunehmen. Die Annäherung zwischen den Gläubigen beider Konfessionen ist dem Papst ein wichtiges Anliegen.

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AFP

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