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Taiwan-Konflikt: USA wüten über „unverantwortliche“ Chinesen und sprechen von „signifikanter Eskalation“

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Chinas militärische Aktionen in der Nähe von Taiwan spitzen sich zu. Taipeh zufolge simuliert Peking einen Angriff auf die Insel. Der News-Ticker.

Update vom 7. August, 9.36 Uhr: „Sie sind provokant, unverantwortlich und erhöhen das Risiko, sich zu verkalkulieren“: Mit diesen Worten hat ein Weißes-Haus-Sprecher Chinas Militär-Manöver um Taiwan verurteilt. Das berichtet der Guardian. Diese Aktivitäten seien „eine signifikante Eskalation in Chinas Bemühungen, den Status Quo zu ändern“, zitiert die britische Zeitung den US-Regierungssprecher weiter.

Die chinesische Regierung wiederum hat die Joe-Biden-Regierung erneut für Nancy Pelosis Besuch scharf kritisiert: Vize-Außenministerin Hua Chunying warf ihr auf Twitter vor, sie sollte „aufhören, auf Chinas Türschwelle die Muskeln spielen zu lassen.“

Taiwan-Konflikt: Nancy Pelosi bei einer Pressekonferenz in der US-Botschaft in Tokio am 5. August 2022
Die Visite Pelosis in Taiwan war die ranghöchste aus den USA seit einem Vierteljahrhundert - China ist verärgert, weil es die Insel für sich beansprucht.  © Kento Nara/Imago

Trump wütet über Taiwan-Reise von „verrückter“ Pelosi: „Was zum Teufel“

Update vom 6. August, 11.45 Uhr: Ex-US-Präsident Donald Trump hat bei einer Rede im US-Bundesstaat Wisconsin den Taiwan-Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, kritisiert. „Verrückte Nancy Pelosi, was zum Teufel!“, sagte Trump bei seiner Rede vor Unterstützern. „Was hatte sie in Taiwan zu suchen?“, fragte er weiter. Pelosi sei „ein Traum für China“ gewesen und habe der Volksrepublik einen „Vorwand“ gegeben. „Sie haben auf diesen Vorwand gewartet“, so Trump.

Taiwan-Konflikt: Blinken mit Vorwurf gegen China - „zunehmend destabilisierend“

Update vom 6. August, 11.25 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat China vorgeworfen, den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan zu benutzen, um die Spannungen um die demokratische Insel zu eskalieren. Peking habe bereits in den vergangenen Jahren „zunehmend destabilisierende und potenziell gefährliche Aktionen in Bezug auf Taiwan durchgeführt“, sagte Blinken bei einem Besuch auf den Philippinen.

Die Änderung des Status quo in der Meerenge der Taiwanstraße gehe von Peking aus, nicht von den Vereinigten Staaten, erklärte Blinken mit Blick auf die chinesischen Raketentests und Militärübungen in der Nähe von Taiwan. Blinken sprach von einem „totalen Missverhältnis“ zwischen Pelosis friedlichem Besuch einerseits und Chinas eskalierenden Militärmanövern andererseits.

Taiwan-Konflikt: Aufsehen in China wegen Pelosi-Besuch in Taipeh

Erstmeldung vom 6. August: München - Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sorgte mit ihrem Besuch in der demokratisch selbstregierten Insel Taiwan für großes Aufsehen in China. Peking betrachtet die Insel als eigenes Territorium und somit eine innere Angelegenheit. Pelosis Besuch wurde daher als „Verletzung der chinesischen Souveränität“ wahrgenommen.

China führt Militärmanöver um Taiwan durch - Taipeh wirft Peking „Angriffssimulation“ vor

Als Reaktion startete Chinas „Volksbefreiungsarmee“ (PLA) Militärmanöver in sechs Gebieten um die Insel. Nach Einschätzung des taiwanischen Militärs hat China bei diesen Manövern nun einen Angriff auf die Insel „simuliert“. Wie das Verteidigungsministerium in Taipeh berichtete, operierten zahlreiche Militärflugzeuge und Kriegsschiffe am Morgen in der Nähe Taiwans.

Einige von ihnen hätten die inoffizielle, aber meist von beiden Seiten respektierte „Medianlinie“ in der Mitte der Taiwanstraße überquert, die das Festland und die Insel trennt. Als Reaktion habe Taiwans Militär Flugzeuge sowie Warnungen über Funk geschickt und Raketenabwehrsysteme mobilisiert, um die chinesischen Militärmaschinen zu verfolgen. Chinesische Flugzeuge dringen regelmäßig in die Luftverteidigungszone der Insel ein.

Taiwanischer Beamter im Hotel tot aufgefunden - er war für die Raketenproduktion zuständig

Indes wurde der für die Raketenproduktion des Inselstaates zuständige hohe taiwanische Beamte Ouyang Lixing in einem Hotel im Süden von Taiwan tot aufgefunden. Dies berichtete die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf taiwanische Medien. Todesursache des Wissenschaftlers sei dabei ein Herzinfarkt, hieß es. Behörden zufolge sei kein äußeres Einwirken festgestellt worden. Der Beamte soll laut seiner Familie an einer Herzkrankheit gelitten haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Der 57-jährige Lixing war der stellvertretende Leiter des militärischen „Chung-Shan Instituts für Wissenschaft und Technologie“. Dort leitete er mehrere Projekte für die Produktion von Raketen für die taiwanische Armee.

Die Lage um Taiwan spitzt sich also weiter zu. Ein Experte erklärte gegenüber Merkur.de, was eine Eskalation des Taiwan-Konfliktes für Deutschland bedeuten würde. Wie kam es überhaupt zu den Spannungen im fernen Osten? Der Hintergrund zum Taiwan-China-Konflikt. (bb)

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