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Benzin-Frust an der Zapfsäule: Preise steigen drastisch – CDU fordert Verlängerung des Tankrabatts

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Von: Fabian Hartmann

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Tankstelle bei Nacht.
Nach Auslaufen des Tankrabatts steigen die Preise für Benzin und Diesel wieder.  © Imago

Tankrabatt adé: Autofahrer müssen für Benzin und Diesel wieder deutlich mehr bezahlen. Die CDU will das ändern. Auch der ADAC übt Kritik – allerdings vor allem an den Ölmultis.

Berlin – Frust an der Tankstelle für Millionen Autofahrer: Nach dem Auslaufen des Tankrabatts zogen die Preise zu Beginn des Monats deutlich an. Am Vormittag kostete der Liter Benzin nach ADAC-Angaben rund 25 Cent mehr als am Vortag. Beim Diesel lag der Aufpreis bei etwa zehn Cent. Für Deutschlands Autofahrer endet damit eine dreimonatige Verschnaufpause bei den Spritpreisen.

CDU attackiert Ampel beim Tankrabatt: „Keine Lösung für Menschen, die täglich aufs Auto angewiesen sind“

Aus Sicht der Unionsfraktion im Bundestag ist das ein großes Ärgernis. Man sehe jetzt „dramatische Preissprünge nach oben“, so CDU-Verkehrsexperte Thomas Bareiß. Die Verantwortung dafür trage die Ampel-Koalition. Denn: Anders als beim 9-Euro-Ticket ist beim Tankrabatt eine Nachfolgeregelung ausgeschlossen. „Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung keine Lösung hat für die Menschen, die täglich aufs Auto angewiesen sind“, sagte Bareiß dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA. Seine Forderung: Der Tankrabatt muss verlängert werden.

„Die Preise für Benzin und Diesel sind dramatisch hoch. Die Bürger brauchen weitere Entlastung“, so Bareiß im Gespräch mit unserer Redaktion. Andere Länder hätten gezeigt, dass dies ginge – auch bei den Spritpreisen. Bareiß wirft der Ampel vor, dass sie den „Tankrabatt mehr oder weniger still und heimlich einkassiert“ habe. Dabei sei er für Autofahrer eine „wichtige Entlastung“ gewesen.

FDP-Verkehrsexperte stellt klar: Es wird keinen weiteren Tankrabatt geben

Das sieht auch die FDP so. „Es ist schade, dass über den Tankrabatt ein bisschen abfällig geredet wurde“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Bernd Reuther. Denn: Er habe gewirkt. Viele Menschen hätten davon profitiert. Und trotzdem: „Es wird keinen weiteren Tankrabatt in dieser Form geben“, sagte Reuther dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass es sich um eine temporäre Maßnahme handelt – eine, die nach drei Monaten auch wieder auslaufe. Was nicht heißen soll, dass es keine Hilfen mehr geben werde. „Die Bundesregierung wird beim Thema Energie weiter entlasten“, sagte Reuther unserer Redaktion. Davon sollen auch Autofahrer profitieren. Der FDP-Politiker könnte sich vorstellen, dass die Pendlerpauschale bereits ab dem ersten Kilometer voll greift – und nicht wie bisher ab dem 21. Kilometer.

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Tankrabatt-Ende: ADAC hält hohe Preise an den Tankstellen für unbegründet

Doch das ist (noch) Zukunftsmusik. Realität sind die hohen Preise an den Zapfsäulen. Und daran gibt es weitere Kritik – auch nach dem Auslaufen des Tankrabatts in der Nacht zum Donnerstag. Der ADAC sagt: Die hohen Preissprünge sind damit nicht erklärbar. „Angesichts voller Tanks an den Tankstellen, die bis gestern zu niedrigeren Steuersätzen befüllt wurden, ist das gegenüber den Verbrauchern in keiner Weise zu rechtfertigen“, sagte eine Verbandssprecherin unserer Redaktion. Heißt also: Der Sprit wurde günstig eingekauft. Und teuer an die Autofahrer verkauft. Zum Vergleich: Nachdem ein Liter E10 am Mittwoch noch bei 1,80 Euro lag, stieg der Preis über Nacht auf zwei Euro.

Hinzu kommt aus ADAC-Sicht: Schon in den letzten zwei Wochen seien die Spritpreise deutlich gestiegen. Und zwar stärker, als es Marktentwicklungen – etwa durch Lieferengpässe oder Transportschwierigkeiten – erklären könnten. „Für die Preissprünge gibt es aus unserer Sicht keine Grundlage“, sagte die Sprecherin. „Die Politik der Mineralölkonzerne bleibt willkürlich und intransparent.“

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