In „Tagesthemen“ und „heute journal“

Nach Thüringen: ARD und ZDF rechnen gnadenlos mit CDU ab - zwei Personen trifft es enorm

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ZDF-Chefredakteur Peter Frey kommentierte die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. 

Nachdem Thomas Kemmerich mithilfe von AfD-Stimmen in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, rechnen das ARD und ZDF knallhart mit der CDU ab. 

  • FDP-Politiker Thomas Kemmerich wurde in Thüringen mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt.
  • Der FDP wird nun vorgeworfen, gemeinsame Sache mit der rechtspopulistischen AfD zu machen.
  • Auch mit der CDU rechnen Kommentatoren bei ARD und ZDF knallhart ab.

Erfurt - Die von Thomas Kemmerich geforderte Brandmauer gegen Extremisten ist eingerissen - darin sind sich ARD-Kommentatorin Kristin Marie Schwietzer in den Tagesthemen und ZDF-Chefredakteur Peter Frey im „heute journal“ einig. Am Mittwoch wurde der FDP-Politiker Kemmerich in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt - unter anderem mit Stimmen der AfD. „Mit seiner Kandidatur hat er Björn Höcke, dem Mann vom rechtsextremen AfD-Flügel, die Rolle des Königsmachers angedient“, sagte Frey im ZDF. 

Dann richtet Frey deutliche Worte an die CDU: Die Partei dürfe keinen Ministerpräsidenten stützen, der durch einenAfD-Taschenspielertrick ins Amt gekommen sei. Die ihm zufolge einzig mögliche Konsequenz: „Der Landesvorsitzende Mike Mohring muss zurücktreten wegen Führungsschwäche und politischer Instinktlosigkeit.“ 

Thüringer Wahl-Sensation: ARD und ZDF rechnen mit CDU und FDP ab

Schwietzer kommentiert das Verhalten der Thüringer CDU und FDP mit einem Seitenhieb: „Da haben die Thüringer Spitzen von CDU und FDP einfach gemacht, was sie wollten“, sagte sie. „Ramelow* abwählen und doch noch irgendwie regieren.“ Das werde seinen Preis haben, kündigt sie zudem an. Ohne die AfD werde es für Liberale und Konservative nur schwer Mehrheiten im Thüringer Landtag geben*. „Und dieser Preis könnte zu hoch sein. Vor allem für die CDU“, mutmaßt sie weiter. 

ARD-KommentatorinSchwietzer rechnet auch mit der Bundes-CDU ab. „Zu lange hat man im Konrad-Adenauer-Haus zugesehen, wie der Machtkampf in der Thüringer CDU mehr und mehr ein Problem für die ganze Partei geworden ist“, findet sie. „Der sächsische Ministerpräsident hat recht, wenn er sagt, dass die CDU in Thüringen nicht akzeptieren kann, dass sie die Landtagswahl verloren hat. Verantwortung dafür zu übernehmen, wäre wohl besser gewesen.“ Später legt sie mit Kritik an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer persönlich nach. „Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zeigt so auch die Führungsschwäche der Parteichefin“, kritisiert Schwietzer. 

Thüringer Wahl-Beben: CDU und FDP stehen vor Zerreißprobe, kommentiert ARD-Frau

Nun würden CDU und FDP jetzt vor einer Zerreißprobe stehen. Teile der CDU-Basis drängten nach rechts. Und die Parteispitze bekomme sie nicht eingefangen, sagt Schwietzer. „Die Thüringer CDU-Abgeordneten haben ausdrücklich gegen den Willen ihrer Vorsitzenden für den FDP-Mann gestimmt und billigend in Kauf genommen, dass das auch mit den Stimmen der AfD passiert.“ Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen* scharf kritisiert und zieht eine drastische Konsequenz. Und auch einige FDP-Abgeordnete wie beispielsweise Thomas Sattelberger fordern in Reaktion auf den Wahl-Eklat* den Rücktritt Kemmerichs. 

Frey spricht angesichts der Wahl in Thüringen wie viele andere Medien von einem Tabu-Bruch. „Ob abgekartetes Spiel, Machtwillen um jeden Preis oder unbegreifliche Naivität – Kemmerich hat eine Wahl angenommen, die er nicht hätte annehmen dürfen“, steht für den ZDF-Chefredakteur fest. 

Weitere Informationen über den umstrittenen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich lesen Sie bei Merkur.de*.

Ein bislang Unbekannter hat in München am Bavariafilmplatz drei FDP-Plakate abgenommen und verschwinden lassen. Die Polizei ermittelt nun in dem Fall. 

Nach der kontroversen Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten steht FDP-Chef Christian Lindner in der Kritik. Er will sich das Vertrauen seiner Partei bestätigen lassen. Wie Lindner und Kemmerich außerdem weiter mit den Ereignissen in Thüringen umgehen wollen, lesen Sie bei Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks. 

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