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„Nordkorea auf Steroiden“: Putin führt Russland laut ehemaligem Kreml-Berater in den Untergang

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Von: Moritz Serif

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Wladimir Putin
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sicher einen anderen Verlauf des Ukraine-Krieges erwartet. © Uncredited/Pool TASS Host Photo Agency/AP/dpa

Der ehemalige Kreml-Berater Sergei Guriev rechnet damit, dass Putins Politik Russland in den Untergang führt. Auch die Sanktionen wirkten sich negativ aus.

Moskau – Droht Russland durch die Sanktionen der Kollaps? Das hält Sergei Guriev, ehemaliger Kreml-Berater, für möglich. In einem Interview mit CNBC sagte Guriev, dass dies spätestens geschehen werde, wenn Wladimir Putin nicht mehr Präsident sei.

„Er hat das Regime so aufgebaut, dass das System ohne ihn (Putin) nicht funktionieren würde“, sagte Guriev. „Die Menschen in seinem engen Kreis trauen sich gegenseitig nicht über den Weg, einige hassen sich sogar. Wenn er nicht da ist, wird sich das System irgendwie verändern“, ergänzte Guriev.

Ehemaliger Kreml-Berater: Putin führt Russland in den Untergang

„Aber es wird nicht lange bestehen, weil das System auf ihn aufgebaut ist. Möglicherweise wird das zum Kollaps kommen, auch wenn es mehrere Monate oder Jahre dauern könnte. Es wäre ein bisschen wie Nordkorea auf Steroiden“, sagte Guriev. Der Untergang eines Systems könne allerdings dazu führen, dass ein neuer Präsident die Wirtschaft neu aufbaut und engere Beziehungen zum Westen knüpft, so der ehemalige Kreml-Berater.

Doch wie sähe Russland eigentlich aus mit einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin? Keir Gilres, Forschungsdirektor und Autor des Buches Moscow Rules stellt im Gespräch mit dem britischen Nachrichtenportal Express die These auf, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass Putins Nachfolger mindestens so „schlimm“ sein werde wie er. Es gebe einige, die für das Amt des russischen Präsidenten infrage kämen.

Unter Putin-Nachfolger könnten sich Beziehungen zum Westen weiter verschlechtern

Viele von ihnen „würden die Beziehungen Russlands zum Westen und zur eigenen Bevölkerung noch schlimmer gestalten, als Putin es in den letzten Jahren seiner Herrschaft getan hat“, so Giles. Giles glaubt im Gegensatz zu Guriev nicht daran, dass sich der Kreml unter einem neuen Herrscher wieder dem West annähert. „Russland kehrt gerade zu seinen historischen Normen und seiner Komfortzone zurück. Die Zeit der engen oder besseren Beziehungen zum Westen war ein Irrweg, und jetzt kehren wir zu dem zurück, was in der russischen Geschichte viel normaler ist.“ (mse)

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