Völkermord

UN-Tribunal fällt Urteil gegen Ex-Serbenführer Karadzic

Der damalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic (r.), und der damalige General Ratko Mladic im Jahr 1993 in Pale. Foto: Archiv
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Der damalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic (r.), und der damalige General Ratko Mladic im Jahr 1993 in Pale.
Eine Bosnierin trauert zwischen den Särgen der Todesopfer von Srebrenica. Foto: Fehim Demir/Archiv
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Eine Bosnierin trauert zwischen den Särgen der Todesopfer von Srebrenica. Foto: Fehim Demir/Archiv
Gedenken in Sarajevo: 11 541 rote Stühle wurden 2012 in der Hauptstraße aufgestellt, um an die Opfer der Gewalt zwischen 1992 und 1995 zu erinnern. Foto: Fehim Demir/Archiv
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Gedenken in Sarajevo: 11 541 rote Stühle wurden 2012 in der Hauptstraße aufgestellt, um an die Opfer der Gewalt zwischen 1992 und 1995 zu erinnern. Foto: Fehim Demir/Archiv
Bei manchen immer noch beliebt: Eine Frau zeigt Fotos des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic (oben) und des früheren Armeechefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic. Foto: Fehim Demir/Archiv
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Bei manchen immer noch beliebt: Eine Frau zeigt Fotos des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic (oben) und des früheren Armeechefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic. Foto: Fehim Demir/Archiv
Gedenkstätte in Srebrenica: Immer noch werden hier ermordete bosnische Muslime beigesetzt, die endlich identifiziert werden konnten. Foto: Valdrin Xhemaj
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Gedenkstätte in Srebrenica: Immer noch werden hier ermordete bosnische Muslime beigesetzt, die endlich identifiziert werden konnten. Foto: Valdrin Xhemaj
Vor Gericht: Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic im Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Foto: Jerry Lampen/Archiv
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Vor Gericht: Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic im Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Foto: Jerry Lampen/Archiv

Den Haag - 8000 muslimische Männer und Jungen werden im Juli 1995 in Srebrenica von serbischen Einheiten ermordet. Es ist der schlimmste Völkermord in Europa nach 1945.

21 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica im Osten Bosniens fällt das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag an diesem Donnerstag das Urteil gegen einen der beiden Hauptangeklagten. Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic gilt als politischer Hauptverantwortlicher des Massakers vom Juli 1995. Dem 70-Jährigen droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Im Juli 1995 hatten serbische Einheiten unter General Ratko Mladic die UN-Schutzzone in Ost-Bosnien überrannt und etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

Karadzic ist wegen Völkermords in zwei Fällen angeklagt: Das Massaker von Srebrenica sowie Morde in bosnischen Kommunen wie bei der Belagerung von Sarajewo. Außerdem wird der frühere Psychiater wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen beschuldigt.

Serbenführern nach 13 Jahren festgenommen

Der ehemalige Serbenführer war 2008 nach 13 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Der Prozess gegen ihn, in dem er sich selbst verteidigt hatte und seine Unschuld beweisen wollte, dauerte sechs Jahre lang.

Karadzic wollte nach Darstellung der Anklage ein ethnisch reines Groß-Serbien erreichen. Gemeinsam mit dem damaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic und Ex-General Ratko Mladic wollte er demnach bosnische Muslime und Kroaten dauerhaft vertreiben. Milosevic war während seines Prozess 2006 in der Zelle an einem Herzinfarkt gestorben.

Der Prozess gegen Ex-General Mladic soll in diesem Jahr zu Ende gehen. Auch ihm droht wegen des Völkermords von Srebrenica eine lebenslange Haftstrafe.

Der Bosnien-Krieg kostete mehr als 100 000 Menschen das Leben. Allein bei der mehr als 44 Monate dauernden Belagerung von Sarajevo wurden mindestens 10 000 Menschen getötet.

dpa

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