Nach Streit vor Gericht

Boltons Skandalbuch enthüllt: Trump lästerte heftig über Merkel - „Eine der größten...“

Donald Trump wollte ein Enthüllungsbuch seines Ex-Beraters Bolton verhindern. Jetzt erscheint es und enthüllt böse Lästereien gegen Angela Merkel.

  • Ein ehemaliger Mitarbeiter enthüllt skandalöse Geheimnisse über Donald Trump*.
  • Die Trump-Regierung wollte die Publikation gerichtlich stoppen.
  • Ein Gericht in Washington hat entschieden: Das Buch kann veröffentlicht werden.

Update vom 27. Juni, 15.12 Uhr: Nach dem Streit um das Buch von John Bolton über Donald Trump, sorgt nun eine weitere Publikation für Wirbel. Diesmal packt Donald Trumps Nichte über die Trump-Familie aus. Vor Gericht konnte die Veröffentlichung erstmal nicht gestoppt werden.

Indessen weigert sich Trump weiterhin, eine Schutzmakse zu Tragen und verunglimpft Schutzmasken-Träger Biden. Der kontert: „absoluter Dummkopf“.

Update vom 23. Juni, 11.22 Uhr: In seinem Enthüllungsbuch schildert der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton laut einem Medienbericht auch zahlreiche Gespräche, in denen sich US-Präsident Donald Trump kritisch oder abfällig über die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel geäußert hat. So soll sich der Republikaner am Telefon beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron über den „furchtbaren Nato-Partner“ Deutschland beklagt und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gedroht haben, die USA würden ihre Leistungen für das Verteidigungsbündnis auf das deutsche Niveau senken. Dies berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf Druckfahnen des Buchs.

In der Debatte über das Ziel, dass alle Nato-Staaten zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für ihre Verteidigung ausgeben sollen, nannte Trump demnach Kanzlerin Angela Merkel „eine der größten Stepptänzerinnen der Nato“.

Boltons Buch erscheint an diesem

Dienstag

. Darin schildert der Autor laut

RND

, wie sich Trump in den vergangenen zwei Jahren intern immer wieder geradezu obsessiv über den deutschen Handelsüberschuss, Verteidigungsausgaben, die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die Ukraine-Politik oder die

deutsche Nicht-Beteiligung am Vergeltungsschlag

für einen syrischen Giftgasangriff beklagt habe. Bereits bei den Beratungen des Afghanistan-Friedensabkommens in seinem Golfclub in Bedminster im August 2019 soll Trump gesagt haben: „Ich will aus allem heraus.“ Er wolle „unsere Soldaten auf unserem Boden“, fügte der Präsident damals laut Bolton hinzu: „Zieht sie aus Deutschland ab.“ 

US-Präsident Donald Trump gerät in seiner Heimat weiter unter Druck. Ein Bericht wirft ihm nun „wahnhaften“ Umgang mit anderen Staatschefs vor. Angela Merkel soll Trump massiv beleidigt haben.

Enthüllungsbuch über Trump darf erscheinen - Bolton legt nach und schießt gegen den US-Präsidenten

Update vom 23. Juni, 6.36 Uhr: Nach erbittertem Streit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump erscheint am Dienstag das Enthüllungsbuch von dessen früherem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton. Die Regierung war vor Gericht damit gescheitert, die Veröffentlichung in letzter Minute noch zu stoppen. Sie wirft Bolton vor, geheime Informationen zu veröffentlichen und den vorgeschriebenen Weg der Freigabe durch das Weiße Haus nicht durchlaufen zu haben.

Das Buch mit dem Titel „The Room Where It Happened“ (etwa: Der Raum, in dem es geschah) enthält explosive Verwürfe gegen Trump. Der Präsident hat angekündigt, Bolton werde „einen sehr hohen Preis“ für die Veröffentlichung bezahlen. Inmitten brisanter Enthüllungen über angebliches russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan ist ein Streit darum entbrannt, wie viel US-Präsident Donald Trump wusste.

Enthüllungsbuch über Trump darf erscheinen - Bolton legt nach und schießt gegen den US-Präsidenten

Update vom 22. Juni, 7.32 Uhr: Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hofft auf eine Abwahl von Präsident Donald Trump im November. Er hoffe, dass Trump in die Geschichte eingehen werde als „ein Präsident mit einer Amtszeit, der das Land nicht unwiederbringlich in eine Abwärtsspirale gestürzt hat“, sagte Bolton in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders ABC. Die Schlussfolgerung aus seinem am kommenden Dienstag erscheinenden Buch sei deutlich: „Ich denke, er sollte nicht

Präsident sein.“ Bolton sagte, er werde weder für Trump noch für dessen mutmaßlichen Herausforderer Joe Biden stimmen.

ABC hatte bereits vor wenigen Tagen Auszüge des Interviews veröffentlicht. Darin hatte Bolton gesagt, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet. „Ich glaube nicht, dass er die Kompetenz hat, den Job zu machen.“ Der 71-Jährige hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet. Trump hatte seinen Nationalen Sicherheitsberater im vergangenen September geschasst.

Am Samstag hatte der US-Präsident seinen durch Corona unterbrochenen Wahlkampf wiederaufgenommen. Bei einer Veranstaltung in Tulsa (Oklahoma) musste er abereine bittere Blamage hinnehmen, da deutlich weniger Fans als angekündigt erschienen sind. 

US-Regierung von Donald Trump will Bolton Profite aus Enthüllungsbuch verwehren

Update vom 21. Juni, 10.20 Uhr:  Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will dem früheren Nationalen Sicherheitsberater John Bolton Profite aus seinem Enthüllungsbuch verwehren. Kayleigh McEnany, Sprecherin des Weißen Hauses, kündigte Konsequenzen für Bolton an. Man werde dafür sorgen, „dass er keinen Gewinn aus seiner beschämenden Entscheidung zieht, seinen Wunsch nach Geld und Aufmerksamkeit über seine Verpflichtungen zum Schutz der Nationalen Sicherheit zu stellen.“

Die Trump-Regierung hatte versucht, die Veröffentlichung kurzfristig zu verhindern, doch ein Bundesgericht in Washington lehnte dies ab. Richter Royce Lamberth begründete das damit, dass es zu spät für einen Veröffentlichungsstopp sei. Zudem habe die Regierung nicht hinreichend dargelegt, dass mit einem Veröffentlichungsverbot „irreparable Schäden vermieden“ werden könnten. 

Donald Trump: Enthüllungsbuch von John Bolton darf erscheinen

Update vom 20. Juni, 22.35 Uhr: Der frühere nationale Sicherheitsberater John Bolton kann sein Buch mit explosiven Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump einer Gerichtsentscheidung zufolge wie geplant an diesem Dienstag veröffentlichen. Die Regierung hatte versucht die Publikation zu verhindern. Ein Bundesgericht lehnte den Antrag auf eine einstweilige Verführung jedoch ab. Es sei zu spät für einen Veröffentlichungsstopp des Buches, heißt es in der Begründung von Richter Royce Lamberth.

Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton: Sein Enthüllungsbuch kann am Dienstag erscheinen.

Lamberth erklärte, dass laut Verlag bereits 200.000 Exemplare des Buches innerhalb der USA verschickt worden seien. Tausende weitere seien ins Ausland geliefert worden. „Mit Hunderttausenden von Exemplaren rund um den Globus - viele davon in Redaktionen - ist der Schaden angerichtet.“ Das Gericht werde nicht anordnen, dass das Buch landesweit beschlagnahmt und zerstört werde.

Das knapp 600 Seiten lange Buch mit dem Titel „The Room Where It Happened“ (etwa: Der Raum, in dem es geschah) soll an diesem Dienstag erscheinen. In vorab bekannt gewordenen Passagen beschreibt Bolton Trump darin als einen Politiker, der seine eigenen Interessen über die des Landes stellt. Unter anderem soll der US-Präsident demnach den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Hilfe für seine Wiederwahl im November gebeten haben. Trump nannte das Buch eine „Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten“.

Streit um Enthüllungsbuch über Donald Trump: Autor Bolton könnte strafrechtlich verfolgt werden

Lamberth übte zugleich scharfe Kritik an Bolton. Dieser habe die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten aufs Spiel gesetzt, schrieb der Richter. Bolton setze sich zivilrechtlicher und möglicherweise strafrechtlicher Haftung aus. Darum sei es bei der Frage der einstweiligen Verfügung aber nicht gegangen.

Der Richter verwies darauf, dass Bolton bei seiner Einstellung eine Verpflichtung unterschrieben habe, wonach er Informationen nicht ohne Freigabe veröffentlichen dürfe. Diese Freigabe sei nicht erfolgt. Bei Verstoß könnten alle Gewinne aus der Veröffentlichung an die US-Regierung gehen.

Trotz der gerichtlichen Niederlage sprach Donald Trump auf Twitter von einem Sieg und bezog sich dabei auf das Statement des Richters. Bolton werde einen hohen Preis bezahlen, schrieb Trump auf Twitter. Der Autor möge es, Bomben auf Menschen fallen zu lassen und sie zu töten. Jetzt würden Bomben auf ihn fallen, drohte Trump.

Donald Trump wird unterdessen in Tulsa (Oklahoama) bei einer großen Wahlkampfveranstaltung auftreten. Trotz Corona-Pandemie und obwohl sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams positiv auf das Virus getestet worden sind.

Ex-Vertrauter in Enthüllungsbuch mit massiven Vorwürfen gegen Donald Trump - der schlägt voller Wut zurück

Update vom 18. Juni, 21.37 Uhr: Abseits der Debatte um John Boltons Enthüllungsbuch droht Donald Trump der nächste Skandal: Der US-Präsident könnte in einen Wahlkampf-Skandal geraten: Sein Kampagnen-Team hat in offiziellen Postings allem Anschein nach NS-Symbolik verwendet.

Update vom 18. Juni, 10.45 Uhr: US-Präsident Donald Trump erging sich am Donnerstag (18. Juni) in einer Tirade gegen seinen Ex-Vertrauten John Bolton, dessen Enthüllungsbuch er verhindern will - und bewies dabei, dass er auch des Slangs mächtig ist. 

Bolton sei ein „Wacko“ (deutsch: Spinner) und sein Buch bestünde aus „Lügen und fabrizierten Geschichte“, twitterte Trump. Bolton habe nur Gutes über ihn, den US-Präsidenten geschrieben - „bis zu dem Tag, an dem ich ihn feuerte“, fuhr er fort. 

Seinen Rant beendete Trump mit seiner persönlichen Einstufung von Boltons Charakter: „Ein missmutiger, langweiliger Idiot, der nur Krieg wollte. Hatte nie eine Ahnung, wurde immer ausgegrenzt und mit Vergnügen fallengelassen. Was für ein Trottel („dope“)!

In einen Tweet gleich darauf trat Trump nach: „US-Präsident Bush hatte ihn auch gefeuert. Bolton ist unfähig!“

Trumps Ex-Sicherheitsberater wirft in Buch mit Vorwürfen um sich: „Er bat darum ...“

Update vom 18. Juni, 6.42 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch ein Sanktionsgesetz gegen China wegen der Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren unterzeichnet - was im Widerspruch dazu steht, was sein früherer Sicherheitsberater John Bolton in einem Trump-Enthüllungs-Buch berichtet, dessen Publikation der US-Präsident unbedingt verhindern will.

Die US-Regierung wirft Bolton vor, sein Buch enthalte Geheiminformationen, die nicht zur Veröffentlichung freigegeben worden seien. Am Dienstag hatte die Trump-Regierung eine Klage eingereicht, um das Erscheinen des Buches zu verhindern (siehe Erstmeldung).

John Bolton: Trump soll Uiguren-Inhaftierung als „genau die richtige Sache“ bezeichnet haben

In von US-Medien veröffentlichten Auszügen erhebt Bolton unter anderem den Vorwurf, Trump ordne seine gesamte Außenpolitik wahltaktischen Überlegungen unter. So soll sich Trump laut Bolton auch bereit gezeigt haben, über Menschenrechtsverletzungen in China hinwegzuschauen. Die von Menschenrechtsaktivisten beschriebenen Masseninhaftierungen von Uiguren habe Trump sogar als „genau die richtige Sache, die zu tun ist“ bezeichnet.

Peking indes reagierte auf Trumps Sanktionsgesetz erzürnt und drohte, gegen die geplanten Strafmaßnahmen „entschlossen zurückschlagen“.

Bolton (Hintergrund) war von April 2018 bis September 2019 Trumps (Vordergrund) Nationaler Sicherheitsberater.

Trotz Klage der Regierung! Ehemaliger Trump-Vertrauter packt aus: Schwere Vorwürfe und peinliche Enthüllungen

Erstmeldung vom 17. Juni: München/New York - Seit langem versucht John R. Bolton ein skandalträchtiges Buch zu veröffentlichen. Doch die US-Regierung klagt gegen den ehemaligen Sicherheitschef von Donald Trump und verhindert die Verlegung*. Der einstige Vertraute will auspacken und schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten erheben. Jetzt sind weitere Auszüge aus dem bislang geheimen Werk aufgetaucht. 

Bereits im Januar hatte Bolton für einen Aufschrei gesorgt. Im Hinblick auf das drohende Impeachment von Donald Trump wurden der New York Times pikante Passagen seines mit Geheimnissen gespickten Berichts über die Ukraine-Affäre zugespielt. Die neuen Bloßstellungen dürften erneut hohe Wellen schlagen. 

Donald Trump: Ex-Vertrauter John R. Bolton packt aus - „Diktatoren, die er mag“

Der Verlag spricht von einem Werk, dass das Bild eines Präsidenten Donald Trump* zeichne, der „süchtig nach Chaos“ sei. Die Ausführungen von Bolton gehen sogar darüber hinaus. „Das Verhaltensmuster sah nach Behinderung der Justiz als Alltagsgeschäft aus“, zitiert die New York Times

Donald Trump im Blick: John R. Bolton (r.) verrät skandalöse Geheimnisse über den US-Präsidenten.

In mehreren Passagen führt der Ex-Berater aus, wie Donald Trump bewusst strafrechtliche Ermittlungen stoppen wollte um, so wörtlich, „Diktatoren, die er mag, einen persönlichen Gefallen zu erweisen.“ Die eindeutigsten Fälle drehen sich um die Türkei und China.

USA: Donald Trump forderte von China, den Wahlkampf zu beeinflussen - „Er bat Xi darum“ 

In den Verhandlungen um ein Handelsabkommen mit China sei es zudem zu weiteren skandalösen Aktionen gekommen. So habe Trump seine chinesischen Partner mehrfach darauf hingewiesen, sie sollten ihm dabei helfen, die Wahlen* in landwirtschaftlichen Staaten zu gewinnen. „Er bat Xi darum, sicherzustellen, dass er die Wahlen gewinne“, erklärt Bolton. Dafür sollte China zum richtigen Zeitpunkt amerikanische Sojabohnen und Weizen kaufen. Die wirtschaftlichen Folgen hätten direkten Einfluss auf das Ergebnis der Wahlen, soll der ehemalige Unternehmer* beteuert haben. 

Die außenpolitischen Anstrengungen von Ex-Schauspieler Donald Trump* basieren auf Bauchgefühl und Unwissenheit, schimpft Bolton. Einmal soll der Präsident gefragt haben, ob Finnland zu Russland gehöre. Dass Großbritannien eine Atommacht ist, habe er ebenfalls nicht gewusst.

Enthüllungs-Buch von John Bolton: Peinliche Geheimnisse über Donald Trump 

International dürften vor allem die Ausführungen zu Trumps Überlegung bezüglich der NATO ein Pulverfass sein. Einst hatte er mit dem Gedanken gespielt, den Nordatlantikpakt zu verlassen. Die Überlegungen sollen viel konkreter gewesen sein, als bislang angenommen. 

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerks von Ippen-Digital.

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare