Terrorismus

CIA weist Kritik an Pannen vor Anschlagsversuch zurück

- Während der US-Geheimdienst CIA die Kritik an Pannen vor Anschlagsversuch zurückgewiesen hat, bauen die USA ihre Anti-Terror-Hilfe für Jemen deutlich aus. US-Präsident Barack Obama erwartet am Donnerstag zwei Berichte zu Hintergründen des vereitelten Attentats.

Nach der harschen Kritik von US-Präsident Barack Obama an Sicherheitspannen vor dem vereitelten Anschlag von Detroit hat der US-Geheimdienst CIA die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein CIA-Sprecher sagte, der Geheimdienst habe mit anderen Regierungsstellen zusammengearbeitet und die Informationen über den verhinderten Attentäter weitergeleitet. Obama erwartete am Donnerstag zwei Berichte über die Hintergründe des Anschlagsversuchs.

CIA-Sprecher Paul Gimigliano räumte am Mittwoch ein, dass der Geheimdienst im November Informationen über den 23-jährigen Umar Farouk Abdulmutallab erhalten habe, als dessen Vater in der US-Botschaft in Nigeria vorstellig geworden sei. Danach habe der Geheimdienst mit der Botschaft zusammengearbeitet. Die CIA habe dadurch sicherstellen wollen, dass Abdulmutallab in der entsprechenden Regierungsdatenbank aufgeführt werde als Person, die für Verbindungen zum Terrorismus anfällig sei und möglicherweise Verbindungen zu Extremisten im Jemen unterhalte, fügte der Sprecher hinzu.

Wichtige biographische Informationen über Abdulmutallab leitete der Geheimdienst demnach an das Nationale Anti-Terror-Zentrum (NCTC) weiter, das für die Aktualisierung der Listen mit Terrorverdächtigen zuständig ist. Ein US-Geheimdienstmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, in dem Gespräch von Abdulmutallabs Vater mit CIA-Mitarbeitern in Afrika habe es jedoch keinen schlüssigen Hinweis dafür gegeben, dessen Sohn auf die Liste von etwa 4000 Verdächtigen zu setzen, für die ein Flugverbot in die USA gilt.

Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine US-Passagiermaschine mit 290 Menschen an Bord im Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen. Den hochexplosiven Sprengstoff PETN hatte er sich in die Unterwäsche eingenäht. Das Attentat schlug fehl, Fluggäste und Besatzung konnten den Mann überwältigen. Zu dem Anschlagsversuch bekannte sich das Terrornetzwerk El Kaida auf der Arabischen Halbinsel, Abdulmutallab war nach eigenen Angaben in einem El Kaida-Trainingslager im Jemen ausgebildet worden.

US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag an seinem Urlaubsort auf Hawaii „katastrophale“ Pannen eingeräumt. Die Versäumnisse seien „vollkommen inakzeptabel“. Obama, der wegen seines Krisenmanagements innenpolitisch unter Druck geraten ist, erwartete am Donnerstag erste Ergebnisse von zwei Untersuchungen, die er zu dem Anschlagsversuch in Auftrag gegeben hatte. Sie sollten herausfinden, warum gegen Abdulmutallab trotz der Warnungen kein Flugverbot verhängt wurde und wie der Nigerianer den Sprengstoff an Bord der Maschine schmuggeln konnte.

Die US-Geheimdienste wussten laut dem US-Sender CBS schon lange, dass El Kaida eine Aktion für die Weihnachtszeit plante. Die Geheimdienste seien darüber informiert gewesen, „dass El Kaida eine Überraschung zu Weihnachten vorbereitete“, zitierte CBS am Mittwoch einen Geheimdienstmitarbeiter. „Seit Monaten waren wir an der Sache dran, aber uns ist es nie gelungen, die richtigen Verbindungen herzustellen und vorauszusehen, was geschehen würde“, fügte er demnach hinzu. Das Problem sei, dass das Nationale Anti-Terror-Zentrum täglich 8000 Nachrichten erhalte.

USA bauen Anti-Terror-Hilfe für Jemen deutlich aus

Im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida bauen die USA ihre militärischen und wirtschaftlichen Hilfen für die Regierung des Jemen deutlich aus. Wie am Mittwoch (Ortszeit) aus dem Außenministerium in Washington verlautete, habe der vereitelte Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug am ersten Weihnachtstag die Aktivitäten des Terrornetzwerks El Kaida im Jemen noch stärker in das Blickfeld gerückt. Der verhinderte Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab hatte sich bis kurz vor dem Anschlagsversuch in dem Land auf der arabischen Halbinsel aufgehalten.

Im Haushaltsjahr 2010 sind 63 Millionen Dollar (rund 44 Millionen Euro) an Entwicklungshilfe sowie Unterstützung für die jemenitischen Sicherheitsbehörden eingeplant, wie ein Sprecher des US-Außenministeriums mitteilte. Das seien 56 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als drei Mal so viel wie 2008. Dazu würden noch Mittel aus einem speziellen Topf zur Terrorbekämpfung kommen, deren genaue Höhe erst 2010 feststehe. Im ablaufenden Jahr lag dieser Betrag den Angaben zufolge bei 67 Millionen Dollar.

afp

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