Linkspartei ist stolz auf ihren "berüchtigten" Kandidaten

Sodann
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Peter Sodann , Bundespräsidenten-Kandidat der Linkspartei.

Berlin - Der Schauspieler Peter Sodann hat zwar bei der Bundespräsidentenwahl an diesem Samstag keine Chance - doch die Spitze der Linkspartei sieht in ihrem Kandidaten den Sieger.

Die Medien hätten ihm übel mitgespielt, beklagen Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi und der Parteivorsitzende Lothar Bisky am Freitagabend in der “Kulturbrauerei“ in Berlin . Journalisten und Politiker hätten den Künstler missverstehen wollen, sein feinsinniger Humor sei ihnen verborgen geblieben, meint Bisky. Sodann aber habe sich nicht verbiegen lassen.

Doch Gysi und Bisky sind offensichtlich skeptisch, ob der eigenen Delegation für die Bundesversammlung zu trauen ist. Auffallend deutlich fordern sie ihre 89 Wahlmänner und -frauen auf, Sodann im ersten Wahlgang alle Stimmen zu geben. “Das sind wir ihm und uns schuldig“, sagt Gysi. Wie sich die Linke verhalten wird, wenn Bundespräsident Horst Köhler nicht im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, will sie immer noch nicht verraten. Sie lässt die SPD weiter zappeln, ob sie deren Kandidatin Gesine Schwan unterstützen wird. Und Schwan kann nur mit der Hilfe der Linken gewinnen.

Sodanns TV-Kommissar-Kollege und Linke-Wahlmann Uwe Steimle sagt: “Der Peter denkt sehr mit dem Herzen. Er hat eine Naivität. Das ist etwas ganz Wunderbares. Er steht für Veränderung. Das kann uns nur gut tun. Wer lange genug altmodisch ist, wird irgendwann wieder modern.“ Auch Sodann selbst richtet das Wort an die Partei, was er in seiner Zeit als Kandidat selten getan hat: “Ich habe nie verstanden, warum man so schrecklich mit mir umgegangen ist - und mit der Linken.“ Er habe den Daumen in die Wunden legen wollen. “Wenn Köhler sagt, wir haben über unsere Verhältnis gelebt, muss ich fragen: wer?“ Gysi resümiert: “Ich bin stolz, dass wir einen berühmten und inzwischen auch berüchtigten Kandidaten haben.“

Von Kristina Dunz, dpa

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