VfL Wolfsburg im DFB-Pokalfinale

Allofs: "Kein Grund, auf den Tischen zu tanzen"

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Foto: "Jürgen Klopp kann ruhig um den Borsigplatz fahren - aber ohne Pokal" - Wolfsburg-Sportdirektor Klaus Allofs

Bielefeld - Der VfL Wolfsburg steht nach dem 4:0 bei Arminia Bielefeld erstmals seit 20 Jahren wieder im DFB-Pokalfinale. Eng verbunden mit dieser Entwicklung ist Klaus Allofs. Im Interview äußert sich der Sportdirektor über die Finalchancen der Wölfe und zieht Parallelen zu Werder Bremen.

Sechsmal konnte Klaus Allofs den Gewinn des DFB-Pokals feiern. Viermal gelang ihm das als Profi und zweimal in seiner Zeit als Manager von Werder Bremen. Seit 2012 ist Allofs Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg und greift dort nach dem ersten Titel.

Der VfL Wolfsburg stehtnach dem klaren Sieg in Bielefeld im DFB-Pokalfinale. Was empfinden Sie?

Das ist etwas Besonderes, ein wichtiger Schritt. In den vergangenen beiden Jahren war für uns im Halbfinale Schluss, einmal bei Bayern München, einmal bei Borussia Dortmund.

Wie schätzen Sie den Finalgegner Dortmund ein, der ja eine durchwachsene Saison gespielt hat?

Als gute Mannschaft. Sie hat Bayern München ausgeschaltet. Man muss auch sehen, was sie in der Champions League oder in der Vergangenheit geleistet hat und wie sie nun in der Liga zurückgekommen ist. Das ist ein Gegner auf Augenhöhe. Ich wäre froh, wenn der Tabellenstand etwas aussagen würde. Aber das ist nicht der Fall. Der spiegelt nicht das Leistungsvermögen wider. Es wird ein heißer Tanz.

Sie sind seit 2012 beim VfL Wolfsburg. Was bedeutet das Finale für den Club und Sie?

Zu einem Verein gehören die besonderen Erlebnisse wie ein Finalspiel. Ich habe in Bremen erlebt, wie das einen Verein und die Fans zusammenschweißt. Das gehört neben den Fortschritten mit dem zweiten Platz in der Bundesliga dazu, um sich als Verein zu profilieren. Ich glaube, dass der VfL ganz tief in der Schublade gesteckt hat. Wir haben die Mannschaft in den vergangenen zweieinhalb Jahren gezielt verstärkt. Es wird kritisch, aber auch als sinnvolle Strategie gesehen. Für mich persönlich ist es eine Fortsetzung der Pokalstory, die ich als Spieler und bei Werder Bremen hatte. Das sind schöne Zufälle.

Kann der Einzug ins Pokalfinale diese Schublade ein wenig öffnen?

Das Finale ist eine gute Gelegenheit, sich sportlich und auch als Verein zu zeigen. Wir hatten bereits das Glück, sowohl das Saison- als auch das Rückrunden-Auftaktspiel zu machen. Wir waren international vertreten und konnten uns einem noch breiteren Publikum zeigen. Da kann man für sich Werbung betreiben - mit einem Pokalfinale noch besser. Man wird ganz genau hinschauen, was beim VfL los ist.

Jürgen Klopp hat gesagt, dass er davon träumt, mit dem großen Wagen noch einmal um den Borsigplatz zu fahren. Was haben Sie dem entgegenzuhalten?

Er kann ruhig um den Borsigplatz fahren - aber ohne Pokal.

Wie empfanden Sie die Stimmung nach dem Schlusspfiff in Bielefeld? Man hatte den Eindruck, dass es moderat war.

Man muss ehrlich sagen, dass wir natürlich die Erwartung hatten, hier zu gewinnen. Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, aber es geht jetzt weiter. Es besteht kein Grund, auf den Tischen zu tanzen oder eine Polonaise durch die Kabine zu machen.

Und wenn man den Pokal gewinnt?

Dann muss es krachen.

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