Fußball

Bach und Zwanziger gegen EM-Boykott

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Foto: Theo Zwanziger hat sich vehement gegen einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft ausgesprochen.

Frankfurt/Main - IOC-Vizepräsident Thomas Bach und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger haben sich vehement gegen einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ausgesprochen.

„Boykotte haben sich in der Vergangenheit immer als ebenso sinn- wie erfolglos erwiesen. Alle Verantwortlichen haben das inzwischen erkannt“, sagte Bach am Montag dem Radiosender hr-INFO.

Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) betonte, der Sport müsse „politisch neutral“ sein. Nur dann könne er dazu beitragen, dass nicht Mauern gebaut, sondern Brücken errichtet würden. Ohne politische Neutralität würde der Sport zwischen den Fronten zerrieben werden“, sagte Bach.

Auch Zwanziger, Mitglied im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA), lehnt einen Boykott ab. „Eine Absage ist keine Alternative, damit haben wir in der Vergangenheit bei anderen Ereignissen überhaupt nichts erreicht. Das ist reiner Populismus“, sagte Zwanziger dem Sender.

„Wir treten ein für Rechtstaatlichkeit und Demokratie, und dann müssen wir das überall tun, wo wir hingehen“, meinte Zwanziger. Die deutsche Nationalmannschaft habe die Verpflichtung, das in der Ukraine zu tun. Er ermunterte die Spieler, sich zu den Menschenrechtsverletzungen zu äußern. „Das erwarten wir von einem mündigen Staatsbürger, der Fußball spielt“, erklärte Zwanziger.

dpa

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